Nemo's blaues Gartenparadies

von Friederike Hiller

So klein und zart Gänseblümchen oder Löwenzahn auch sein mögen, sie haben die Kraft, ihren Weg durch den Beton zu finden. und wer es dort hindurch schafft, der findet seinen Weg auch Unterwasser. Jetzt haben nicht nur Blumen, sondern auch Tomaten, Zucchini und Kräuter eine neue blaue Heimat gefunden, in der sie umgeben vom Ligurischen Meer wachsen und gedeihen. In den Unterwasser-Gewächshäusern von Nemo’s Garden gibt es eine neue Pflanzen-Welt.

Foto: Nemos Garden

Unterwasser-Garten-Liebe

„This must be underwater love“, die Song-Zeile von Smoke City hatte der Italiener Sergio Gamberini im Blut, als er vor fünf Jahren vor Noli tauchen ging. enn die Leidenschaft, die Unterwasserwelt zu entdecken auf Gärtnerträume und schlechter werdende Anbaubedingungen an Land trifft, dann entsteht die Idee der Unterwasser-Farm.„Ich weiß nicht, ob wir erfolgreich sein, werden, aber wir müssen es probieren", sagt der Erfinder Sergio Gamberini. „Es könnte die Zukunft verändern, in der wir leben“, erzählt sein Sohn Luca über die verrückte Idee des Vaters. Gärtnern, einfach mal unter Wasser. Was als Spiel begann, wuchs Jahr für Jahr zu einem großen Projekt und wurde schließlich Realität.

Die kleine Farm im Ballon

Ein durchsichtiger, kleiner Ballon, eine Vase und ein kleiner Anker: damit starteten die ersten Versuche. Das Team um Sergio versenkte die Ballone – nur so tief, dass das Licht, das durch die Wasseroberfläche dringt, sie noch erreicht – und befüllte sie unter Wasser mit Luft. Dann wurden sie am Meeresgrund befestigt und mit Pflanzensamen in einer Vase bepflanzt.

Niemals aufgeben

Die konstanten Wassertemperaturen bieten ideale Wachstumsbedingungen. Doch das Meer kann auch unberechenbar werden. So zerstörten große Welle alle Versuche. „Wenn so etwas passiert, dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du gibst auf oder du versuchst es weiter und lernst aus den Fehlern. Unsere Stärke ist definitiv unsere Philosophie, niemals aufzugeben“, erklärt Luca Gamberini. „Wir nehmen die Herausforderung an, weil wir sehen, welche neuen Möglichkeiten sich so bieten.“ Und so wurde aus dem kleinen Ballon ein große Kuppel, die mit Luft gefüllt ist, und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem bereithält.

Im Unterwasser-Gewächshaus-Labor wird daran gearbeitet, die perfekten Bedingungen zu schaffen. „Wir wollen ein in sich unabhängige und nachhaltiges System schaffen. Deshalb haben wir die Produktion von frischem Wasser beziehungsweise dessen Sammlung im Fokus, ebenso wie die Algenzucht, um mit diesen zu düngen. Das gesamte Projekt wird durch erneuerbare Energien betrieben (Solar- und Windenergie).“ Wichtig ist den Nemo’s Garden Akteuren auch, dass es keinen Austausch zwischen der Unterwasser-Farm und der Umwelt gibt, sondern sich diese ins Ökosystem einbettet ohne es zu beeinflussen.

„Wir teilen alle dieselbe Leidenschaft“

„Wir wollen eine Alternative bieten, Pflanzen in einer nachhaltigen Art zu kultivieren und dabei auf den ökologischen Fußabdruck achten“, so Luca. „Unser Ziel ist es, Unterwasser-Gewächshäuser zu produzieren, die auch in all den Gebieten der Erde eingesetzt werden, in denen es schwierig ist, den Boden zum Pflanzen zu nutzen.“ Dürre, große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und Parasiten machen es in einigen Gebieten unmöglich, etwas anzupflanzen. Dort soll das Unterwasser-Gewächshaus eine Alternative sein.

Mittlerweile umfasst das Team von Nemo’s Garden zusammen mit den Tauchspezialisten von Ocean Reef mehr als 30 Menschen. Sowohl Sergio als auch Luca und der größte Teil des Teams fühlen sich mit dem Wasser verbunden. „Wir lieben es, Zeit im Meer zu verbringen: egal ob wir schwimmen, segeln, surfen, tauchen, Apnoe tauchen oder schnorcheln gehen. Wir können einen unterschiedlichen Hintergrund haben, aber wir teilen alle dieselbe Leidenschaft.“

Bildernachweis: Mestel Safelty/Ocean Reef

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