SurfEars: Ohr frei

von Friederike Hiller

Nie wieder kaltes Wasser oder Wind im Ohr, aber die Geräusche der Natur noch genau so wahrnehmen und im Line-up mitreden können: Das war Christians Idee und daraus sind SurfEars entstanden.

Arbeiten mit dem, wofür das Herz schlägt

Wenn in Schweden Wellen die Surfer aufs Wasser rufen, ist es meist eher kalt. Sowohl im als auch außerhalb des Wassers. Während der Körper durch einen dicken Neopren geschützt wird, müssen die Ohren Wind und kaltem Wasser standhalten. Das Problem: Surfer-Ohren, auch Gehörgangsexostose genannt - eine Verknöcherung. Dagegen gibt es bereits seit einer Weile Ohrstöpsel von verschiedenen Herstellern. Doch diese überzeugten den Schweden Christian nicht und als er dann auf einem Surftrip in Marokko eine schlimme Ohrinfektion bekam, beschloss er, dass nun die Zeit für eine bessere Lösung reif sei. Da er zu diesem Zeitpunkt bei Frankly, einer Agentur, die Produkte entwirft, gearbeitet hatte, entwickelte das Team SurfEars.

2014 war es dann soweit, die Ohrstöpsel aus Schweden gingen an den Start. Und das Unternehmen Ear Labs wurde gegründet. Drei Mitarbeiter verbinden dort nun ihre Leidenschaft zum Surfen mit der Arbeit. „Wir sind uns einig, dass mit etwas zu arbeiten, wofür das Herz schlägt – wie Surfen -, einfach wunderbar ist“, sagt Magnus Ekermann.

Ohrschutz ohne Nebenwirkungen

Auch wenn die Leidenschaft groß ist, sind die Tage auf dem Wasser nicht so reichlich. „In Schweden braucht es schon viel Engagement, um regelmäßig aufs Wasser zu kommen“, erzählt Magnus. Die meiste Zeit verbringen die Surfer damit, Vorhersagen zu studieren und die kurzen Zeitabschnitte, in denen der Swell zum Surfen ausreicht, abzupassen. „Du musst sehr flexibel sein, um genau dann dort zu sein, wo eine Welle brechen könnte. Das würdest du alles nicht auf dich nehmen, wenn das nicht wirklich deine Leidenschaft wäre.“ Und damit Surfer im Wasser sein können, um das zu tun, was sie lieben, war es ihnen wichtig, einen Ohrstöpsel zu entwickeln, der die Ohren schützt, ohne negative Nebenwirkungen. Menschliche Stimmen sollten beispielsweise hörbar bleiben.

Hunderte Wiederholungen mussten die Prototypen im Testverfahren überstehen. Sie wurden von den Ear-Labs-Mitarbeitern und von jedem Surfer und Wassersportler, den sie kennen, geprüft. Tausende Stunden innerhalb von drei Jahren wurden in die Entwicklung und die Tests investiert, bevor das Produkt auf den Markt kam. Die größte Herausforderung sei es gewesen, die richtigen Zulieferer zu finden, um eine hohe Qualität zu gewährleisten.

Sitzt, schützt, unterhaltungsfreundlich

Test der Coastwriter-Redaktion: Die drei verschiedenen Größen lassen sich schnell wechseln. So lässt sich die passende Größe durch Ausprobieren herausfinden. Denn sobald der Stöpsel im Ohr drückt, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein zu großer Gummipfropf verwendet wurde. Um den Bügel für einen sicheren Halt festzusetzen ist beim ersten Mal bei kleinen Ohren ein bisschen Feinmotorik gefragt, doch bereits beim zweiten Versuch funktioniert es einwandfrei. Kann man sonst einmal mit Spiegel üben. Alle Geräusche sind noch sehr gut hörbar. Wind und Wasser bleiben draußen und auch bei stärkeren Bewegungen bleiben sie am Platz. Zumindest beim Test in kleiner Ostseewelle. Die Erfahrung, wie sie im Atlantik, Pazifik oder Indischem Ozean sitzen, bleibt noch aus.

 

Bildernachweis: Ear Labs

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Wir verwenden eigene Cookies und Cookies von Drittanbietern aufgrund unseres berechtigten Interesses an zielgerichteter Werbung (Art. 6 Abs. 1 lit f DSGVO). Näheres in unserer Datenschutzerklärung.
Mehr erfahren