Unterwasser alles ins Balance

von Friederike Hiller

Ruhig, fokussiert, kraftvoll: eine sich ergänzende Symbiose aus Tauchen und Yoga. Das haben Tauchorganisationen und –anbieter für sich entdeckt – egal ob die Yoga-Praxis das Erlebnis unter Wasser bereichert oder gleich beides miteinander kombiniert wird.

Alles ist im Fluss. Die Energien ebenso wie das nasse Element. Immer in Bewegung. Und weil sie ihre eigene Art des Flows haben, werden sie mittlerweile nicht mehr nur getrennt voneinander betrachtet. Wer ganz auf eine Matte verzichten möchte und diese auch nicht durch ein SUP ersetzt, sondern vielmehr das Gefühl des Schwebens wie beim Aerial Yoga ausnutzen möchte, der nutzt den austarierten Zustand beim Tauchen.

Atemübung unter Wasser

„Tauchen unterstützt dich dabei, dich in einen meditativen Zustand zu bringen und vollkommen präsent zu sein.“ Da ist sich Mahendra Shah von Zen Harmony Diving auf Bali sicher. Das Gefühl der Schwerelosigkeit, die Konzentration auf die Atmung und die Ruhe des Ozeans helfen, sich vollkommen zu entspannen und die Natur hautnah zu spüren. Insbesondere um die Atmung durch die Nase auch unter Wasser zu ermöglichen, wird auf Bali eine Taucherbrille eingesetzt, die das gesamte Gesicht abdeckt. Ob nun im Lotussitz unter Wasser schwebend meditiert wird oder die Übung „der Baum“ eine neue Form der Leichtigkeit erhält, die Nasenatmung bleibt möglich. „Es ist wichtig, die Atemübungen zu lernen“, auch unter Wasser und daher haben sich Mahendra Shah und das Team für die speziellen Tauchmasken entschieden. „Damit kommen wir mehr einem natürlichen Atmen unter Wasser näher.“

Tauchen ist mentales Training

Tauchen sei der Inbegriff des mentalen Trainings unter Wasser, erklären bekennende Tauch-Yogis. Sobald sich die Wasseroberfläche über dem Kopf geschlossen hat und der Körper weiter in die Tiefe gleitet, erschließt sich dem Taucher eine andere Welt. Die Sinneswahrnehmungen verändern sich. Außer dem Sound der eigenen Luftblasen und des eigenen Atems ist nicht viel zu hören. Die Dimensionen verzerren sich, das Auge kann Entfernungen und Größen nicht mehr in die bekannten Relationen setzen. Einatmen – ausatmen...und dem Geist erlauben, zur Ruhe zu kommen.

Fokussierter Tauch-Spaß durch Yoga

Und so hat auch PADI, Professional Association of Diving Instructors, dem Thema einen Blog gewidmet. Allerdings nicht, um unter Wasser Yoga zu praktizieren, sondern eher wie mit Yoga eine entspanntere Taucherfahrung erreicht werden kann. Sobald unter Wasser durch beispielsweise Unvorhergesehenes Stress entsteht, können Yoga-Techniken helfen, ruhiger zu bleiben. Wie etwa, wenn sich der Taucher auf den Atem konzentriert – langsam und kontrolliert die Luft ein- und ausströmen lässt - oder seinen Fokus auf die Natur richtet. Doch nicht nur für die mentale Ausrichtung sondern auch für die physische Fitness, die auch beim Tauchen benötigt wird, können die Asanas beitragen.

Bildnachweis: Nat Friedman via Visualhunt / CC BY

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