Vom Stehen zum Liegen zum Knien

von Friederike Hiller

Kneeboard Surfing: Die bewusste Entscheidung auf den Knien die Welle zu surfen, anstatt den Sprung auf die Füße zu vollziehen, ist auch in europäischen Gewässern immer häufiger zu beobachten.

Der Hybrid: nicht stehend, nicht liegend

Als sie noch unter sich waren, freuten sich die Wellenreiter, dass die Anpaddelbedingungen zwar von dem eigenen Können und dem Material abhängig waren, aber zumindest von der Grundvoraussetzung her ähnlich. Dann kamen die SUPer ins Line-up. Mit ihrem Paddel und dem erhöhten Standpunkt, paddeln sie die Welle früh an und machen den Surfern Konkurrenz. Zumindest sind dann in der Welle alle gleich – sie stehen. Einige Bodyboarder tummeln sich dazwischen, die sich liegend die Welle hinabstürzen. Nun gibt es immer häufiger einen Hybrid in der Welle.

Wellen oder Motorboot

Wenn es SUPern zu kippelig wird oder Surf-Anfängern der Take off nicht bis auf die Füße gelingt, nutzen sie gerne die Knieposition, um vorwärts zu kommen. Auch wem es schwerfällt, beim Wakeboarden hinter einem Motorboot die Balance zu halten, geht gerne in die Knie. Doch die tiefe Position kann auch eine bewusste Entscheidung sein. In den USA gibt es Knie-Surf-Meisterschaften, die nächsten starten am morgigen Freitag und auch die ISA (International Surfing Association) richtete im vergangenen Herbst die Weltmeisterschaften aus. Nun schwappt es mehr und mehr auch an heimische Küsten und Seen. Zum Rauspaddeln werden Flossen angezogen, und der Take off endet nicht im Stehen sondern im Knien. Ursprünglich sollen Kalifornier die kniende Position als Alternative zum Wakeboarden und Wasserski genutzt haben. Sich kniend hinter einem Motorboot hinterher ziehen zu lassen, ist eine der beiden Kneeboard Surfing Disziplinen (Wave riding – surfing und water skiing – wake style) geblieben.

Zum Greifen nah

In der knienden Position sei es möglich, Tubes zu surfen, die zu schnell und steil sind, um mit einem „normalen“ Take off ersurft zu werden. Zudem entwickle sich durch die Nähe zur Welle ein intensiveres Gefühl und auch die Geschwindigkeit lasse sich in dieser Haltung anders erleben, heißt es unter Kneeboardern. Auch Tricks seien so einfacher auszuprobieren.

Kneeboard Surfing ist nicht neu, aber es fristete an vielen Spots eher ein Randdasein. Ob sich das nun ändern wird oder nach einer kurzen Episode etwas stärker gewordener Präsenz wieder abnimmt, bleibt abzuwarten.

Bildnachweis Titelfoto: Jc.Winkler/flickr.com (CC BY 2.0)

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