Plastiktüten mit dem Paddel angeln

von Friederike Hiller

Eine Trainingseinheit auf dem Wasser kann zu einem Ausflug zu Plastik und Co werden. Das ist für die mehrfache SUP-Weltmeisterin Sonni Hönscheid beinahe schon Alltag. Daher hat sie ihren Trashpicker immer mit dabei.

Müll fischen als Routine

Foto: Trashpicker von Starboard

„Ich bin jeden Tag auf dem Wasser und viel unterwegs auf den Weltmeeren. Es gibt manche Orte, die mehr verschmutzt sind als andere, aber Plastik zu sehen, ist fast schon Normalität geworden.“ Daher steht Müllsammeln auf dem Wasser bei ihr fast jeden Tag auf dem Programm. „Ich habe mir zur Routine gemacht, nach einer Paddel-Session auf dem Weg nach draußen alles aufzusammeln, was mir im Weg liegt. Ich paddele auch öfter mit meinem Tikhine Inflatable raus, schnalle mir einen Eimer vorne drauf und gehe mit meinem Trashpicker Plastiktüten ,angeln’.“

Der Trashpicker ist ein kleiner Haken am Paddel, der mit einem Klettverschluss angebracht ist. Mit diesem Haken lässt sich Müll aus dem Wasser fischen.

Foto: Jürgen Hönscheid

„Den Anfang machen“

Alle – noch so kleinen – Aktionen zählen. Daher ist auch Sonni Hönscheids Motto: „Den Anfang machen! Alles zählt und Du kannst einen Unterschied machen.“ Dabei gehe es nicht darum, sich verrückt zu machen. Aber sich zurückzulehnen, auszuruhen und zu denken „die anderen machen das schon“, sei wenig hilfreich. „Selbst aktiv mitmachen“, dazu ruft die Profi-Paddlerin auf.

Foto: John Carter/Starboard

Müllsammeln als Trend

„Der Auslöser für meine Motivation ist der Fakt, dass die Meeresbewohner uns ausgeliefert sind. Und was gibt uns das Recht, Ihren Lebensraum zu zerstören?! Wenn sie nicht mehr existieren können, dann werden wir auch nicht mehr existieren.“ Als „krass“ empfindet es Sonni Hönscheid, wenn sie daran denkt, wie das Mikroplastik durch die Meere schwimmt und von den Fischen und anderen Meeresbewohnern als Futter verwechselt wird. Sie freut sich zwar darüber, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich Gedanken machen, wie die Weltmeere wieder in einen sauberen Zustand gebracht werden können. „Es gibt immer mehr Müllsammelaktionen - auch auf und unter dem Wasser. Es wird langsam zu einem Trend und es ist cool, nachhaltiger zu leben und Müll aufzusammeln.“ Aber: „Wir müssen versuchen, den Prozess zu beschleunigen.“

Aus Liebe zum Ozean

Foto: Anne Kaiser Photography

In ihrem Alltag fischt die SUPerin nicht nur Müll aus den Meeren, sondern achtet auch darauf, möglichst wenig Plastik zu verwenden. „Beim Einkaufen nehme ich wiederverwendbare Tüten mit. Für Obst und Gemüse gehe ich zu einem Laden, bei dem die Früchte nicht in Plastik eingepackt sind. Ich fülle meine Mizu Flasche mit Wasser auf, bevor ich aus dem Haus gehe, sodass ich keine Plastikflaschen kaufen muss.“ Für die Mizu-Flaschen hat sie ein eigenes, farbenfrohes Design unter dem Motto „Love your ocean“ entworfen. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Trinkflaschen geht an die Organisation Trash Hero. „Mizu und ich haben uns für Trash Hero entschieden, da sie ein sehr umfassendes Programm haben. Sie sammeln selbst Müll und ermutigen andere dazu. Sie haben Programme für Kinder entwickelt, mit denen diese lernen, was für einen Einfluss der ganze Müll auf die Umwelt hat und wie sie es vermeiden können. Hinzu kommen auch beispielsweise Workshops für Erwachsene. Trash Hero hilft Gemeinden, indem sie ihnen beibringen, Abfälle besser zu beseitigen und diese langfristig zu reduzieren. Alles mit einer sehr positiven Art und Einstellung.“

Foto: Georgia Schofield/Starboard

Für jedes Board ein Baum

Neben der Wasserflasche nimmt Sonni morgens aber auch ihren Kaffeebecher mit. Zudem freut sie sich über die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich für Nachhaltigkeit und Naturschutz einsetzen. „Beispielsweise Starboard: Jedes Paddel wird mit eine Trashpicker sowie Boards, Klamotten und Zubehör ohne Plastikverpackung geliefert. „Für jedes verkaufte Board wird ein Mangroven-Baum gepflanzt, es wir nur noch biologisches Epoxy benutzt, und so weiter“, gibt Sonni Hönscheid einen kurzen Überblick.

Bildnachweis Titelfoto: Sonni Hönscheid

Foto: Mizu "Love your ocean" by Sonni Hönscheid

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