Adrenalin, das nach mehr verlangt

von Friederike Hiller

„Ich liebe es einfach zu surfen.“ Rachel Presti holte Ende des vergangenen Jahres den ersten Weltmeistertitel im Wellenreiten für Deutschland. Eine erfolgreiche Saison, in der sie bereits im September die Deutsche Meisterschaft in Frankreich gewann. Für 2019 hat sie ihr Ziel klar definiert: Olympiaqualifikation – und hart trainieren.

Deutschland - Surfland?

Bereits vor zwei Jahren verstärkte eine US-Amerikanerin mit doppelter Staatsbürgerschaft das deutsche Wellenreitteam: Frankie Harrer. Jetzt haben die Surferinnen weitere Unterstützung bekommen. Rachel lebt in Florida und ihre Mutter kommt ursprünglich aus Berlin, wo sie auch gerne ihre Verwandten besucht. „Es ist sehr cool für Deutschland zu surfen. Vor allem, weil meine deutschen Wurzeln ein großer Teil meines Lebens sind“, erklärt die 16-Jährige. „Wenn man an Deutschland denkt, ist Surfen nicht wirklich das Erste, was einem in den Sinn kommt. Daher ist es toll, Deutschland im weltweiten Surf-Ranking weiter nach oben zu bringen.“

Ein Traum ist wahr geworden

RayRay mag die Atmosphäre im Team. „Die Unterstützung ist unglaublich.“ Jeder sei sehr hilfsbereit. „Wir alle sind gute Freunde. Ich glaube, ich freue mich tatsächlich mehr für die anderen, wenn sie ihren Heat gewonnen haben, als für mich selbst.“ Die Freude über das selbst Erreichte kommt dabei aber nicht zu kurz. „Es fühlt sich fantastisch an, U-18-Weltmeisterin zu sein. Ich habe so hart dafür trainiert und immer mein Bestes gegeben.“ Mit dem Sieg am Pier von Huntington Beach sei ein Traum wahr geworden und es habe viel Spaß gemacht.

„Dann möchte ich mehr“

Ihre Liebe zum Wettkampf entdeckte Rachel früh. Als sie acht Jahre alt war, brachte ihre Mutter sie zum Surfen, da diese selbst in Deutschland ihre Passion als Windsurferin auf dem Wasser gefunden hatte. In Florida mit seinem warmen Wasser und kleinen Wellen seien die Bedingungen für Anfänger perfekt gewesen. „Ich kann mich nicht mehr an meine erste Session erinnern, aber an viele aus der Anfangszeit. Es hat mich so glücklich gemacht und ich habe mich der Natur ganz nah gefühlt. Ich habe das Gefühl geliebt, die Wellen zu reiten.“ Sechs Monate später brachte eine Freundin ihrer Mutter sie auf die Idee, auf Wettkämpfen zu surfen. Das tat sie, fand Gefallen daran und blieb dabei. „Ich liebe es einfach zu surfen und den Adrenalinrausch, wenn ich ein schwieriges Manöver lande. Dann möchte ich mehr und mein Surf-Level verbessern.“

Wichtigstes Ziel: Olympische Spiele 2020

Ihr Blick ist nun fokussiert nach vorne gerichtet. 2019 möchte sie so viele Events der Qualifikationsserie mitsurfen wie möglich, um sich so vielleicht für die World-Tour zu qualifizieren. „Aber, mein Hauptfokus liegt auf der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020. Das ist momentan das oberste und wichtigste Ziel.“ Daher trainiere sie nun härter. Doch den Lifestyle behält sie trotzdem bei. Im Grunde reise und surfe ich so viel wie möglich, nehme mir aber trotzdem auch Zeit für meine Freunde. Ich sage mir immer: Hab’ Spaß und genieße das wundervolle Leben, das du lebst.“

Bildernachweis: Presti

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