Auf Entdeckungstour mit dem Kite

von Friederike Hiller

Trotz Schnee und bezaubernder Bergkulisse zieht es sie aufs Wasser: Nadine Stippler gewann im vergangenen Jahr den Snowkite-Weltcup auf dem Reschensee, in diesem Jahr war sie auch dabei, allerdings nicht mit am Start. Was sie dort stattdessen gemacht hat und wie ihre weiteren Pläne sind, hat uns die Kiterin vom Chiemsee im Interview verraten.

 

Nur mit 150 Prozent am Start

Coastwriter: Wie war es für Dich auf dem Reschensee zu sein, aber nicht mitzufahren?
Nadine Stippler: Ich habe dieses Jahr andere Prioritäten gesetzt. Leider hatte ich die letzten zwei Monate sehr mit meiner Gesundheit zu kämpfen und habe es in drei Wochen nicht geschafft, wieder auf meine 100prozentige Fitness zu kommen, wo ich die letzten Jahre war. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich Wettkämpfe nur fahre, wenn ich 150 Prozent geben kann. Auch wenn es dann nicht gut läuft, habe ich zumindest alles gegeben. Deshalb habe ich entschieden, nicht mitzufahren.
Zudem habe ich vor kurzem die Kitemarke gewechselt und fahre jetzt für Cabrinha. Wir hatten bei den Snowkite Open einen Stand, an dem man die neuesten Materialien testen und betrachten konnte. Ich wollte unbedingt das Team besser kennenlernen, gemeinsam Zeit mit ihnen verbringen und die Marke unterstützen. Es war ein unglaublich schönes Wochenende und hat mir total Spaß gemacht.

 

Lachende Gesichter

Wie waren die Bedingungen?
Es war unglaublich. Wir hatten drei Tage lang zweistellige Grade und strahlenden Sonnenschein. Freitag und Samstag hatten wir auch ganz guten Nordwind. Sonntag dann keinen mehr, aber der Sonnenschein hat nur lachende Gesichter gezaubert.

Foto: Michael Berger/Mitchphotographie

Neue Herausforderung im Schnee gesucht

Wie war das Gefühl wieder mit dem Kite im Schnee anstatt auf dem Wasser zu sein?
Ich war letztes Jahr extrem viel auf dem Wasser unterwegs und habe mich daher auch sehr daran gewöhnt. Um ganz ehrlich zu sein, ist mir das Snowkiten am See schon zu langweilig geworden. Mir fehlt da der Kick. Die Herausforderung. Wenn ich im Schnee kiten gehe, dann liebe ich es, ins Gelände zu gehen, wo ich die Berge hinauf- und wieder herunterfahren kann. Dort wo unberührter Schnee ist. Am liebsten gehe ich in der Schweiz snowkiten. Dort liegt richtig viel Schnee und ich kann mich mehr trauen, Freestyle- Sprünge im Schnee auszuprobieren. Auf dem zugefrorenem See bin ich da eher vorsichtig, weil ich weiß, wenn ich die Sprünge nicht 100 Prozent perfekt stehe, ist die Verletzungsgefahr sehr hoch und ich möchte das Risiko nicht eingehen über einen längeren Zeitraum gar nicht mehr zum Kitesurfen zu kommen.

 

Unberührte Orte

Was macht das Snowkiten im Gegensatz zum Kiten im Meer für Dich aus?
Ich liebe die schneebedeckten Landschaften und die Berge im Winter. Man kommt an Orte, an die andere Leute nicht hinkommen. Außerdem sind die meisten Spots nicht so überlaufen wie viele Spots im Sommer, da es den meisten Kitern im Winter zu kalt ist, beziehungsweise Kitesurfen mit Wärme verbunden wird.

Foto: Michael Berger/Mitchphotographie

Mehr Wassertage mit dem Foil

Was steht bei Dir in Sachen Kiten als Nächstes an?
Gute Frage. Letztes Jahr hat sich einiges in meinem Leben verändert. Derzeit weiß ich nur, dass ich alle deutschen Ferien frei habe. Da habe ich auf jeden Fall vor, jedes Mal kiten zu gehen, am liebsten natürlich im Wasser. Wo genau es hingeht, plane ich derzeit nicht. Das entscheide ich spontan, je nachdem wo der Wind ist. Ich kann im Moment auch nicht sagen, ob ich irgendwann wegfliege oder nur mit dem Bus unterwegs sein werde. Für Vorschläge bin ich da gerne jederzeit offen.
Was ich definitiv weiß ist, dass ich so oft es geht am Wochenende mit dem Bus an den naheliegenden Seen den Wind abklappern möchte.
Vielleicht werde ich auch im Sommer den ein oder anderen „Gaudi-Wettkampf“ im Wasser mitmachen. Das weiß ich aber noch nicht genau und entscheide ich spontan. Ansonsten habe ich auf jeden Fall einige Orte auf meiner Liste, die ich gerne mit dem Kite erkunden möchte und natürlich auch neue Tricks im Bereich Freestyle, an denen ich weiter arbeiten möchte. Bei uns in der Gegend an den Seen werde ich mich vielleicht auch wieder vermehrt ans Foil machen, damit ich mehr Wassertage zusammenbekomme.

Vielen Dank für das Gespräch Nadine!

Bildnachweis Titelfoto: Michael Berger/Mitchphotographie

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Wir verwenden eigene Cookies und Cookies von Drittanbietern aufgrund unseres berechtigten Interesses an zielgerichteter Werbung (Art. 6 Abs. 1 lit f DSGVO). Näheres in unserer Datenschutzerklärung.
Mehr erfahren