Zu Wasser, an Land und im Schnee

von Friederike Hiller

„Bald ist auch unsere Leichtathletik-Saison zu Ende, dann darf ich sechs Wochen nur kiten“, freut sich Luisa Bodem. Die 24-Jährige trainiert zwar unter der Woche fast ausschließlich ihre Leichtathletik-Disziplinen und muss das Kiten auf freie Wochenenden oder den Urlaub vertagen, aber dann genießt sie es in vollen Zügen und nutzt jede freie Minute, um sich an den Schirm zu hängen: egal ob auf dem Wasser, im Schnee oder an Land.

Der Moment der Schwerelosigkeit

Es ist dieser kleine Moment der Schwerelosigkeit, der Luisa in seinen Bann gezogen hat. „Fliegen macht mir am meisten Spaß und die Gewalt beim unhooked Abspringen“, schwärmt sie. „Ich möchte auf jeden Fall noch viele ausgehakte Tricks mit meinem neuen Stoke lernen und die Wende und Halse beim Foilen schwebend durchfahren.“ Unter die Top drei beim Kitesurfen in Deutschland zu kommen ist ihr Ziel. „Ich fahre alle Disziplinen, weil es Spaß macht.“ Nur im Freestyle müsse sie noch viel üben. Die Geschwindigkeit und das lautlose Gleiten über das Wasser liebt sie im Race – auch wenn es außerhalb der Contests auch entspannt zugehen darf. „Es muss nicht immer schnell sein.“ Slalom sei aufgrund seiner Unberechenbarkeit spannend. Doch egal in welcher Disziplin oder ob sie nur für sich auf dem Wasser ist, dort findet sie so viel Freiheit, die es im Alltag nicht gibt. Auch wenn sie bei ihrer Arbeit als IT Support im Tiefbauamt in Münster recht flexible Arbeitszeiten hat, die ihr Zeit für ihren Sport lassen.

Kein Grund zur Panik

Gefühlt eine Ewigkeit ist es für Luisa her, dass sie zum ersten Mal einen Kite in der Hand hatte. Sie war elf Jahre alt und hatte sch eine Lenkmatte gekauft. „Das hat nicht geklappt“, resümiert sie rückblickend. Seitdem ist viel passiert. Momente, in denen sie das Gefühl hat, die Kontrolle über ihren Lenkdrachen verloren zu haben, „Werden zum Glück immer weniger und wenn, dann kommt die Kontrolle recht schnell wieder. Kein Grund zur Panik.“ Kein Grund zur Panik ist ein Motto, das sie auch gerne den Mädels mitgeben möchte. Denn auch, wenn sie das Kiten absolut nicht als Männersport bezeichnet, so findet sie es doch schade, dass es immer noch zu wenig Frauen vor allem in Contests gebe. „Viele trauen sich einfach nicht, oder haben auch nicht die Motivation Meisterschaften mitzufahren“, vermutet sie.

So viel Sport wie möglich

Da sieht die Situation in der Leichtathletik schon ganz anders aus. Auf eines festlegen, möchte sich Luisa Bodem aber nicht. Deshalb wünscht sie sich auch: „Weiterhin gesund zu bleiben, um so viel Sport machen zu können.“

Bildernachweis: Luisa Bodem

Zurück

Einen Kommentar schreiben