Selbstorganisation im Segel-Sport

von Friederike Hiller

Routine bekommen, Abläufe trainieren, sich selbst organisieren und motivieren: Das steht momentan für die Laser Radial Seglerin Laura Schewe auf dem Trainingsplan.

Sitzen und Hängen

Im kroatischen Split feilt Laura Schewe an Technik und Manövern. „Da dies erst der Beginn unseres zweiten Trainingslagers ist, muss ich noch etwas in die ganzen Routinen und Abläufe hinein finden, vor allem in die etwas komplexeren Abläufe wie Starts und Tonnenrundungen“, erklärt die 18-jährige Altenholzerin. „Die Bedingungen hier im Trainingslager sind ziemlich unterschiedlich und herausfordernd.“ Obwohl das Segelrevier im Mittelmeer liegt, fühle es sich beinahe danach an, auf einem Binnensee zu segeln. Schuld daran sind die vielen kleinen und größeren Inseln vor Split, sowie die Berge entlang der Küste. Auch das Wetter biete die komplette Bandbreite an Bedingungen. „Wir hatten Wind von ,im Boot sitzen’ bis ,mega Hängen’.“ Dazu wechseln sich Regen, Sonne und Gewitter ab.

Gegebenheiten auf dem Wasser und an Land

„Dieses Trainingslager möchte ich mich darauf konzentrieren, mich auf die Welle hier einzustellen, sowie alle Routinen wieder reinzubekommen“, berichtet Laura. In zwei Wochen, wenn das zweite Trainingslager startet, liege ihr Fokus auf den speziellen Gegebenheiten des Reviers. Diese wolle sie im Hinblick auf die WM im Herbst auskundschaften. „Dazu gehören bestimmte Winddreher unter Land bei bestimmten Windrichtungen, oder die anderen Einflüsse die hier Auswirkungen haben.“ Doch nicht nur auf dem Wasser gilt es sich auf die Gegebenheiten einzustellen. „Wir versuchen, die besten Einkaufsmöglichkeiten zu finden, da wir die letzten Tage festgestellt haben, dass es hier schwierig ist, einen Supermarkt mit viel Auswahl in der Nähe zu finden“, erklärt sie lachend.

Viel Zeit im Kraftraum

Der Tagesablauf im Trainingslager ist vorgegeben. Nachdem sie im Sommer ihr Abitur gemacht hatte, musste Laura zunächst lernen, sich einen eigenen Alltag zu erschaffen. Neuer Bestandteil ist seit Juli ihr Bundesfreiwilligendienst beim Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein. „Dieses ist speziell auf Spitzensport ausgelegt, sodass mein Training aktuell im Vordergrund steht.“ So konnte sie im Winter viel Zeit im Kraftraum verbringen. „Auf dem Trainingsplan stand zu Beginn des Winters erstmal sehr viel Maximalkraft. Seit Anfang des Jahres steht jetzt die Kraftausdauer im Vordergrund. Beides wurde begleitet von Rumpfzirkeln, Koordinationstraining und viel Mobilisieren und Dehnen.“

„Sich aufraffen erfordert Selbstdisziplin “

Neben dem eigenen Training, hat sie auch zweimal die Woche Nachhilfe im Internat gegeben und sich in Themen wie beispielsweise Sportpsychologie eingearbeitet. „Im Rahmen des BFDs muss ich auch an 25 Seminartagen teilnehmen, an denen ich eine Juleica (Jugendleiter-Card) erwerbe oder in anderen Themen wie Bewerbungsunterlagen weitergebildet werde. Mir gefällt das BFD bisher sehr gut, da ich viel Zeit fürs Segeln und die ganze Organisation drum herum habe.“ Allerdings fehle ihr der geregelte Alltag, den sie in der Schule hatte. „Sich selbst aufzuraffen einen eigenen Alltag aufzubauen fordert eine Menge Selbstdisziplin und -organisation, welche ich natürlich auch als Erfahrung mitnehme.“

Erfahrungen im Top-Feld

Ende Januar ging es für Laura Schewe wieder aufs Wasser. Beim Trainingslager in Israel konnte sie sich nicht nur wieder an ihr Boot gewöhnen, sondern auch neue Kontakte knüpfen. Nach dem jetzigen Trainingslager in Kroatien, folgt noch ein zweiter Block, bevor es dann nach Hyères geht. Dort steht ihre erste Regatta, der Europa Cup, an. Im Mai folgt ihr erstes „Highlight“: die Senioren EM im portugiesischen Porto. „Da erwarte ich noch keine Top Platzierungen, aber ich freue mich schon auf die vielen Erfahrungen in so einem Topfeld. Die nächsten Höhepunkte sind dann die U21 EM in Polen im August und die U21 WM in Split Ende Oktober.“

Bildernachweis: Laura Schewe

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