Ohne Training, aber mit Spaß und Ehrgeiz

von Friederike Hiller

„Ich freue mich total wieder segeln zu gehen.“ Elena Stoffers hat sich mit Julian Ramm zum Helgahard-Cup angemeldet. Auch wenn für sie der Spaß im Vordergrund steht und unklar ist, ob sie überhaupt vorher trainieren können, sehen sie es nicht als „Dümpelveranstaltung“. Als ehemalige Olympiakampagnen- und Welt-Cup-Segler ist der Ehrgeiz auf dem Wasser in Fleisch und Blut übergegangen. Hinterhersegeln will niemand.

Gutes Team seit den ersten Segelschritten

Als der Clubmanager Klaus Lahme vom Norddeutschen Regattaverein, der den Helgahard Cup für Ende August auf der Außenalster organisiert, per Rundmail nachfragte, wer mitmachen möchte, dachte Elena Stoffers sofort an Julian Ramm. „Er war mein Trainer im 29er und hat meine ersten Schritte begleitet.“ Daraus entstand eine Freundschaft und bevor sie mit Leonie Meyer 49er FX segelte, stand sie mit ihm zusammen das erste Mal auf dem FX Skiff. Seitdem sind sie nicht nur ab und zu zusammen 49er FX segeln gegangen – „er ist ein guter Segler und eine gute Type“ – sondern treffen sich auch zum Kitesurfen auf dem Wasser. „Als ich ihn gefragt habe, hat er spontan ,Ja’ gesagt, sodass ich noch mal nachgefragt habe.“ Sie vermutete, dass er die Frage aufs gemeinsame Kiten bezogen haben könnte, doch dem war nicht so und so landeten sie auf der Teilnehmerlist für die Mixed-Regatta auf der Alster in Laser Bahia Booten.

Boot auf Kurs

„Das Boot bin ich noch nie gesegelt, glaube ich....oder doch?!“ Doch ja, sie habe schon mal in einem Laser Bahia gesessen, erinnert sich Elena Stoffers und fand es „erstaunlich schnell“. „Sie haben gesagt, dass man damit nicht kentern könne und ich bin gekentert“, berichtet sie lachend. Und auch, wenn es wohl ohne Gennaker auf den Kurs gehen soll, was sie als Vorschoterin bedauert, so freut sie sich doch darauf, dass es wohl eine „witzige Geschichte“ werden wird und viele gute Segler gemeldet haben.

„Wir haben gar kein 2-Mann-Boot zur Verfügung, daher ist die Frage, ob wir überhaupt vorher zusammen trainieren können“, sagt die Studentin. Bisher sei mal abgesehen von der Anmeldung noch kein weiterer Plan entstanden. Aber in den kommenden Tagen wollen beide zusammen kiten gehen. Das wäre eine Möglichkeit, darüber zu sprechen.

Nachwuchsförderung

Im Winter kite sie mehr als im Sommer, berichtet Elena. Denn im vergangenen Sommer startete sie als Vorschoterin mit den schnellen 14 Footer in San Francisco bei den Worlds. „Segeln steht bei mir immer noch an erster Stelle. Das bringt mir immer noch genauso viel Spaß wie vorher.“ Doch auch ihr Studium und die Ausbildung ihres Hundes zum Therapiebegleithund fordern ihr Zeitbudget. „Jedes Wochenende bis Juli ist schon komplett verplant.“

Diese Saison wird sie weniger selbst die Schot in der Hand haben, als vielmehr einen PS-starken Motor unter dem Hintern. Für den Landessegelverband Nordrhein-Westfalen übernimmt sie das Training einer 29er Gruppe. „Mein Ziel ist es, die Gruppe aufzubauen. Das bringt total viel Spaß. Und es kommt so viel Feedback zurück.“ Bereits im Vorfeld hatten die Eltern sie gebeten, die Gruppe zu trainieren. Nach zwei Wochenenden stand für sie fest, dass sie die Gruppe übernehmen wolle. „Gerade, wenn man eine Gruppe aufbaut, sieht man schnell Erfolge und ich weiß selber noch, wie toll ich früher das Boot fand.“ Dabei wird sie von weiteren Seglerinnen wie Lotta Görge unterstützt.

Bildernachweis: Julian Ramm/Elena Stoffers

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