Rookies in Rotation

von Friederike Hiller

Das Regattafieber hat sie gepackt. Nun wollen sie wieder in den Rennmodus kommen. Das Team hat sich vergrößert, die Position der Steuerfrau wurde neu besetzt und die DSV Rookie Crew startet in eine spannende, zweite Saison.

Euphorie beim Team

„Wir sind ganz euphorisch“, berichtet Barbara Weselmann, die weiterhin als Taktikerin an Bord fungiert. Sobald es wieder etwas wärmer wird, wollen sie mit dem Training auf der Alster in Hamburg beginnen. Dieses Mal können sie bereits auf die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen. „Wir sind entspannter dabei“, kommentiert Barbara. Doch es gibt auch einige Neuerungen, die erprobt werden müssen.

Foto: Friederike Hiller

Abenteuer, Nervenkitzel, Schnelligkeit

Aus der Stammbesetzung des vergangenen Jahres sind neben Barbara Weselmann auch Anke Teschner als Trimmern und Nina Hertling (Vorschiff) wieder mit dabei. Nach einer kleinen Verschnaufpause, in der es zunächst wieder zum Fahrtensegeln ging, meldete sich die Abenteuerlust bei den Dreien wieder. Den Kitzel des Wettkampfes wollten sie nicht mehr missen. „Es hat einfach unglaublich Spaß gemacht, die schnellen Boote zu segeln und auf den kurzen Schenkeln flink zu sein“, berichtet Barbara. „Und wir haben so viele Kontakte geknüpft.“ Während der Regatta seien sie wir zwar Konkurrenten, aber an Land sei es ein schönes, faires Miteinander. Nur ihre Steuerfrau ist nicht mehr dabei. Daher kann die Frauen-Crew, die als Regattaneulinge im vergangenen Jahr auf den Helga Cup trainierten und so zu einer Wettkampfmannschaft wurden, noch nicht als vollkommen eingespieltes Team agieren. Denn nicht nur die Position der Steuerfrau wurde neu vergeben – das Team ist auch auf sieben Personen angewachsen, um eventuelle Ausfälle kompensieren zu können.

Foto: Friederike Hiller

Mehrere Generationen in einem Boot

Die Pinne hat nun Lina Teschner in der Hand. „Ich habe sie bereits an der Pinne beobachten können und sie hat das ganz toll gemacht und ist ganz heiß drauf“, berichtet Barbara. Lina war bereits beim Helga Cup mit an Bord, um auf dem Vorschiff Nina zu ersetzen, die Knieprobleme hatte. Das Knie macht ihr weiterhin zu schaffen, daher soll auf dieser Position rotiert werden. Im Vorfeld hatte sie sich bereits gefragt, was passiert, wenn sie wieder ausfalle. Daher suchten die Frauen in ihrem Heimathafen Lemkenhafen auf Fehmarn nach neuen Mitseglerinnen. Dabei trafen sie auf die Dickschiffseglerinnen Andrea und Maxima Iwansky (Mutter und Tochter), die das Team nun aufstocken - ebenso wie auch Sophie Schmude, die sich mit Lina an der Pinne abwechselt. Die drei 18-jährigen Mädchen verbindet nicht nur das gleiche Alter, sie bringen auch alle Segelerfahrung mit, die sie auf einem Austausch in Neuseeland gesammelt haben. „Es ist toll, dass wir wieder eine Mehrgenerationen-Crew sind, die seglerisch komplett aus Lemkenhafen kommt“, freut sich Barbara.

Foto: Friederike Hiller

Mit Rotation ins Rennen

Die Idee zu rotieren muss nun den Praxistest bestehen. Nachdem sie sich umgehört haben, beschlossen sie, dass zwei Positionen in festen Händen bleiben soll, um so zwei Konstante an Bord zu haben: Anke fürs Trimmen und Barbara für die Taktik. So hält sich für die wechselnden Positionen der Trainingsaufwand, der beispielsweise bei Lina neben dem Abitur gemeistert werden muss, in Grenzen. Nach den Skiferien, wenn die Alster eisfrei ist, soll es montags und mittwochs aufs Wasser gehen. Sodass die jeder auf den rotierenden Positionen einen Tag die Woche auf dem Wasser ist. Ab Mitte März bleiben dann noch zwölf Trainingstage und ein Coaching auf dem Möhnesee mit Joachim Hellmich im Mai. Auch wenn die Trainingstage knapp bemessen sind – dieses Mal müssen sie sich nur auf einem Bootstyp vorbereiten. Während im vergangenen Jahr noch sowohl auf den J70 als auch der Seascape der Helga Cup ausgesegelt wurde, so beschränkt es sich in diesem Jahr auf die J70. „Das ist total angenehm, dass wir nur die J70 zur Verfügung haben“, erklärt Barbara.

„Wir versprechen uns viel von unserer Teamerweiterung, sind alle super motiviert und freuen uns auf eine spannende Saison.“

Foto: Friederike Hiller

Platz für 96 Segel-Crews

96 Teams werden bei der zweiten Ausgabe des Helga Cups vom 14. bis 16. Juni starten. Dabei setzen die Veranstalter weiterhin auf das Konzept von bunten Segelfeldern. So sollen auch weiterhin Regattaneulinge gegen alte Wettkampfhäsinnen antreten: eine Segelsportveranstaltung für jederfrau.

Die sieben Seglerinnen starke DSV Rookie Crew - hier noch zu sechst, da Maxi Anfang Dezember noch in Neuseeland weilte.

Foto: DSV Rookie Crew

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