Mit Spaß klappt’s

von Friederike Hiller

Zurück im gewohnten Boot trainiert Carlotta Crüsemann vor Kiel im Laser Radial. Froh wieder im eigenen Boot zu sitzen, hat sie aber auch den Ausflug in das Mixed-Segeln im Laser Bahia genossen.

Der Trainer hatte das Mixed-Segel-Duo vom Norddeutschen Regatta Verein zum Helgahard Cup auf der Alster in Hamburg vermittelt. Es war bereits der zweite kurzweilige Bootswechsel für Carlotta Crüsemann in diesem Jahr. Zuvor hatte sie beim Helga Cup mit drei weiteren Frauen auf der J70 gesegelt.

Foto: Sven Jürgensen

Neues Team-Gefühl

Im Mixed-Team übernahm Florian Haufe das Steuer, Carlotta die Position der Vorschoterin und zusammen ersegelten sie sich die Silbermedaille. „Wir hatten uns nicht vorbereitet. Es war primär zum Spaß“, berichtet die Schülerin, die im Segelinternat in Kiel wohnt. Eigentlich hatten sie geplant, zumindest ein Mal vorher zusammen zu trainieren – doch dann gingen sie vollkommen unvorbereitet aufs Boot. „Es war ungewohnt. Aber es war gut, dass ich nicht gesteuert habe, weil der Steuermann die Kommandos gibt“, sagt sie lachend. Beim Helga Cup habe sie diese Position übernehmen müssen. „Das hat mich ein bisschen überfordert. Als Laser-Seglerin spreche ich Szenarien und Taktik im Kopf ab.“ Laut zu kommunizieren, sei für sie daher neu. „Jetzt haben wir beide immer gesagt, was uns gerade aufgefallen ist, damit jeder weiß, was der andere gerade denkt. Das hat gut funktioniert.“ Auch mit dem Boot haben sie sich wohl gefühlt. „Das hat gepasst.“ Denn anders als auf der J70 waren sie nicht damit beschäftigt, sich vornehmlich mit dem Bootshandling auseinander zu setzen.

Foto: Sven Jürgensen

Mitten in der Saison

Auch wenn ihr die beiden Ausflüge in andere Bootsklassen Spaß gemacht haben. „Es war ein bisschen zu viel des Guten“, resümiert sie. Insbesondere der Helga Cup habe zwischen ihrem ersten und zweiten Saisonhöhepunkt gelegen. Die YES-Regatta in Kiel und die EM in Griechenland. „Das war ungünstig – vor allem auch, weil ich vorher noch krank war.“ So ging einige Trainingszeit, die sie auf der Ostsee vor Kiel hätte nutzen können, für den Cup drauf. „Im nächsten Jahr bin ich eher nicht dabei“, gibt sie einen Ausblick. Das sei allerdings in erster Linie nicht aus segeltaktischen Gründen schwierig – sondern, weil sie dann im Abitur stecke.

Foto: Nikos Zagas

„Mit Spaß kommt was Gutes dabei rum“

Jetzt trainiert sie wieder vor Kiel. Wenn sie alleine mit Trainer trainiert, stehen lange Strecken, kreuzen und Vorwindkurse an. „Ich hatte in letzter Zeit viel Einzeltraining und das hat auch viel gebracht.“ Vor allem das direkte Feedback auf dem Wasser sei dabei entscheidend gewesen. Das nächste Event, das sie mitsegelt, sei eine ganz kleine Regatta auf dem Sorpesee. Aus dem Sauerland komme ihre Mutter, daher der Bezug zur Sorpe. Und Anfang Oktober stehen dann die Deutschen Meisterschaften in Flensburg auf dem Plan. „Da möchte ich gerne unter die besten Fünf fahren“, gibt sie ein Ziel aus. Aber es hänge immer auch vom Wind und der Konkurrenz ab. Für die U21 WM im Herbst in Kroatien habe sie sich kein konkretes Ziel gesteckt. „Das wird noch einmal tough. Aber es muss Spaß machen, das steht für mich ganz oben und dann kommt auch etwas Gutes dabei rum.“

Bildnachweis Titelfoto: Klaus Lahme

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