Lieber Waveboard als Twintip

von Friederike Hiller

Aus einem Urlaubstrip wurde ihr erster Worldcup: Stella Groschupf liebt das Kiten in der Welle, auch wenn sie nicht mit diesen aufgewachsen ist.

Foto: Adam Sims

Von Wellen kann Stella Groschupf momentan nur träumen. Die Studentin sitzt in ihrer Heimat bei Freiburg vertieft in die Vorbereitungen zu ihrer Bachelorarbeit, die sie über den Winter schreiben wird. „In den nächsten Monaten werde ich wohl leider nicht aufs Wasser kommen“, erklärt sie. Doch bevor sie den Blick wehmütig in die Ferne schweifen lässt, ist das nächste Ziel der Kitesurferin gar nicht wo weit weg. „Hoffentlich werde ich rechtzeitig fertig, um vielleicht den ersten Tourstopp der GKA auf den Cap Verden mitzufahren.“

Erster Worldcup - beste Entscheidung

Ihr Debüt ist mittlerweile schon ein paar Wochen her. Im September hatte Stella Groschupf einen Urlaub in ihren Semesterferien auf Mauritius gebucht. „Eigentlich bin ich nicht extra für den Worldcup nach Mauritius, als ich festgestellt habe, dass der Worldtour-Stopp zu der Zeit dort stattfindet, kam eins zum anderen und ich habe mich dann entschieden mitzumachen.“ Eine gute Entscheidung, wie sie im Nachhinein erklärt. „Es hat mir super viel Spaß gemacht und war echt cool, so viele Mädels mit der gleichen Leidenschaft für die Wellen kennenzulernen und auch zusammen zu fahren.“ Mit Pech bei der Zulosung ihrer Gegnerin musste sie gleich zu Beginn in der Single Elimination gegen eine der stärksten Konkurrentinnen im Feld antreten und schied aus. „Bei den Double Eliminations, wo jeder noch einmal eine Chance hat, lief es ziemlich gut. Da hab ich es bis in die dritte Runde geschafft, bis ich wieder gegen die gleiche Gegnerin rausgeflogen bin. Allgemein bin ich aber sehr zufrieden mit meiner Leistung für den ersten Worldcup“, resümiert sie.

Kiten weltweit

Sehr viel Trainingszeit hat Stella Groschupf nicht. Da sie sich entschieden hat, in Freiburg zu studieren, sind die Kitespots nicht unbedingt in der Nähe zu finden. „Mein Training beschränkt sich auf die Urlaube.“ Und so liegt auch ihr Homespot - „wenn man es so nennen kann“, wie sie schmunzelnd erklärt - nicht direkt vor der Haustür sondern zwölf Stunden Autofahrt entfernt: San Pere Pescador an der Costa Brava. „Dort fahre ich mit meiner Familie jedes Jahr einmal mit dem Wohnmobil hin, seit ich klein bin. Dort habe ich unter anderem auch das Kiten gelernt.“ In den Kiteurlauben der letzten Jahre sind weitere Spots auf der ganzen Welt dazugekommen: Portugal, Kapstadt, Westaustralien und „eben zuletzt glücklicherweise sehr lange (sechs Wochen) Mauritius“.

Mitgerissen von der Welle

Als Stella elf Jahre alt war, lernte sie das Kitesurfen von ihren Eltern. „Die waren früher Windsurfer und sind dann vor einigen Jahren zum Kiten gewechselt.“ Eigentlich hätte sie gerne schon früher damit begonnen. Ihre Leidenschaft hing zunächst am Freestyle. „Ich war nur ab und zu mal so mit dem Surfboard unterwegs, aber meist weniger in den Wellen, da ich meist nur am Mittelmeer oder Flachwasserspots war.“ Vor etwa vier Jahren änderte sich das schlagartig. „So richtig gefesselt hat mich das Kiten in der Welle auf Barbados, als ich nach meinem Abi einige Monate dort zum Arbeiten war und einen Top Wave-Spot direkt vor der Nase hatte. Mittlerweile tausch ich nur noch selten mein Waveboard gegen ein Twintip.“

Ihre größte Herausforderung liegt nun im Strapless Freestyle. „Mittlerweile gibt es einige Events bei denen nicht nur das Wellen abreiten zählt sondern auch das Strapless Freestyle. Also Tricks und Sprünge mit dem Surfboard.“ Das fordere viele Stunden auf und im Wasser, um neue Tricks zu lernen, aber umso größer sei die Freude, wenn sie den Fortschritt endlich merke. Nach einem langen Tag auf dem Wasser den Tag noch einmal vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen, sei dann nicht mehr möglich. „Ich schlafe innerhalb von kürzester Zeit ein.“

Foto: Adam Sims

Das Gefühl auf dem Wasser zu sein

Seit vielen Jahren richtet sich ein großer Teil von Stella Groschupf Freizeit nach dem Kitesurfen. Bei jeder Gelegenheit versucht sie, aufs Meer zu kommen und sucht ihre Reiseziele danach aus. „Es bedeutet mir sehr viel. Ich liebe das Gefühl auf dem Wasser zu sein und könnte mir mein Leben ohne das Kiten echt nicht mehr vorstellen.“

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