Der Meeresrauscheffekt

von Friederike Hiller

Die beruhigende Farbe des Meeres in Kombination mit der befreienden Erfahrung auf dem Wasser - das möchte sie nicht nur so oft wie möglich erleben, sondern diese Momente auch festhalten. Sabrina Fröschl verbindet ihre Leidenschaften fürs Kiten, Segeln und Malen miteinander. Die Farbe Blau dominiert.

Von der Ostsee an den Gardasee

„Daheim ist daheim“, sagt die Bayerin, die fürs Segeln eineinhalb Jahre in Kiel gelebt hat. Und obwohl sie Kiel und die Küste sehr gern habe, hat es sie zurück in die Heimat gezogen. Den Homespot Ostsee hat sie gegen den Gardasee eingetauscht, den 470er gegen Drachen – sowohl als Bootstyp als auch als Kiteschirm.

 

 

 

Sportliche Eleganz

Foto: Elena Razina

Im Opti am Starnberger See begann ihre Leidenschaft zum Wassersport. Nach dem klassischen Einstieg folgte der klassische Werdegang: über den 420er zum 470er. Der Umstieg auf den „Drachen“ sei eine pragmatische Entscheidung gewesen. Ganz aufhören zu segeln wollte sie nicht und in ihrer Heimat bot sich das Segeln auf dem Drachen zusammen mit ihrem Vater an. „Den Drachen kann man durchaus extrem sportlich segeln“, steht die MBA-Absolventin hinter der Bootsklasse. Zudem habe sie auch die sportliche Eleganz des Bootes überzeugt.

Foto: Sören Hese

Gedanken weggepustet

Foto: Malte Knief

Nach der Zeit im Optimisten war Sabrina nicht mehr alleine in der Auseinandersetzung mit den Elementen auf dem Wasser, bis zu dem Zeitpunkt als sie versuchte, sich das Windsurfen selbst beizubringen. „Das war sehr viel Material und Gerödel“, beschreibt sie die Anfänge lachend. Schnell war die Anfangseuphorie vorbei. Zu dem großen Aufwand gesellte sich noch die ungesellige Trainingsweise: Es gab keine Mitstreiter. Niemand in ihrem Umfeld ging Windsurfen. Hingegen lernte sie Menschen kennen, die dem Kitesurfen frönten. „Mein jetziger Lebensgefährte hat es mir beigebracht“, berichtet sie. Schnell stieg sie vor drei Jahren um. Seitdem wird der Urlaubsort der beiden danach ausgesucht, wo Kitesurfen möglich ist. Und wenn dann mal der Wind doch nicht bläst, dann geht sie in die Welle. „Ich bin ein sehr kopflastiger Mensch. Ich denke viel nach, grübel viel. Auf dem Wasser bin ich in einem anderen Element, da kann ich extrem gut abschalten.“ Der Wind trage zudem dazu bei, ihr die Gedanken wegzupusten und wenn dann noch die Herausforderungen bei einer Regatta dazu kommen, löse das taktische Denken alles andere ab. Dann bleibt kein Platz mehr fürs Grübeln.

Dabei ist die Bootsklasse nicht entscheidend. Auch beim Kitesurfen bleibt der Fokus im Hier und Jetzt. Dann stellt sich Sabrina Fröschl auch ihren Ängsten. „Man muss sich sehr mit dem eigenen Körper und Können auseinander setzen.“

Foto: Malte Knief

Das gute Gefühl der Blautöne

Weniger körperbetont dafür aber mit ebenso viel Potenzial zum Abschalten hat sich Sabrina Fröschl einer zweiten Leidenschaft zugewandt. Auch dort dominieren Blautöne. Die Meeresfarbe hat sie nicht nur sportlich eingefangen. Sie bringt sie auch auf die Leinwand.

Mit einem Plan im Kopf, detailverliebt und perfektionistisch beschreibt Sabrina Fröschl ihren Zeichenstil in den Anfängen. Doch dann kam die Wende. Sie machte eine Kunsttherapie und die Erfahrung, dass kreatives Schaffen auch ganz ohne Plan funktioniert. „Das hat mir sehr viel Mut abverlangt.“ Und: Es hat ihr auch ganz neue Perspektiven und Materialien – wie Acryl - eröffnet. Mit dem neuen Material kamen Farben ins Spiel. Sie bemerkte, dass Blautöne ihr gut tun. So entstanden immer öfter Wasserbilder und –motive. Wenn ein blaues Bild in ihrer Wohnung hänge – so wie momentan ihr Lieblingsbild mit einer Surferin – dann habe dies den Meeresrauscheffekt. „Es gibt ein entspanntes Gefühl, es strahlt etwas Angenehmes aus.“

Foto: Sabrina Fröschl

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