Die Wellen nehmen, wie sie kommen

von Friederike Hiller

„Das Leben ist niemals wellenlos. Du bist immer auf einer Welle unterwegs.“ Damit meint Swana Hartmann nicht die Wellen des Ozeans, sondern die des Alltags. „Take your ride“, fordert sie auf und will mit ihrem Surfyoga den Teilnehmern ermöglichen, die Balance auf ihrer eignen Welle zu finden. „Nimm deine Welle, dann bist Du im Fluss des Lebens und kannst es so annehmen, wie es ist. Und Dich selbst mehr genießen.“

Offen und entspannt

Mit einem herzlichen Lachen begrüßt Swana ihre Yoga-Übenden. „Hauptsache offen und entspannt“, so beschreibt die 22-Jährige die Atmosphäre, die sie in ihrem Kieler Yogastudio „Neverwaveless“ schaffen möchte. Und sie lebt es. Es ist eine kleine Gruppe, maximal fünf Teilnehmer, jeder wird gesehen.

Fit und flexibel fürs Board

„Ja das sieht gut aus“, Swanas Worte motivieren, noch tiefer in die Übung zu gehen, obwohl bereits die Muskulatur spannt. Aber der Körper beweist, dass es geht, wenn der Kopf dazu bereit ist. In der Kerze, die Füße zur Decke gestreckt arbeitet der Rücken, um die Balance zu finden, den gesamten Körper auf den Schultern zu balancieren. Wer umfällt bricht auch mal in herzhaftes Lachen aus. Dieses befreiende Lachen, voller Lebensfreude, ist nicht nur erlaubt, sondern auch gewollt. Es stört nicht die Konzentration, vielmehr fördert es das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Der Flow bleibt, wird beim einen oder anderen vielleicht sogar vertieft. Und dieses Gefühl der Leichtigkeit des Seins ist es, das Surfyoga mit Wassersport verbindet. Auch wenn sie ansonsten sehr unterschiedlich sind „Kiten gibt mir Euphorie und lässt mein Herz höher schlagen. Yoga fährt alles wieder runter.“ Daher ist es eher der Effekt, den Yoga hat, weshalb die hauptberufliche Flugbegleiterin ihre 90-minütige Stunde unter dem Begriff Surfyoga anbietet. „Damit bekommen wir die Steifigkeit aus dem Körper wieder raus und werden fit und flexibel fürs Board.“

Mal aufgewühlt, mal vollkommen still

Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie liebt es, mit dem Kite über das Wasser zu flitzen. „Ich windsurfe schon solange ich denken kann und vor zwei Jahren, als ich kein Auto hatte und daher weniger Material mitschleppen konnte, bin ich zum Kiten gekommen“, sagt sie lachend. „Wasser ist die Liebe meines Lebens.“ Die Weite, die Unberechenbarkeit, mal aufgewühlt und wild und mal vollkommen still und ruhig. So richtig abschalten kann Swana: „besonders mit ihrem Freund oder umgeben von guten Freunden am Wasser. Im positiven Sinne kann ich mich dabei selbst ein bisschen vergessen.“

Harmonie und Gelassenheit

Während sie am Strand die Unbeschwertheit mit Freund oder Freunden genießt, nutzt sie die Yoga-Stunden, um Gelassenheit zu entwickeln, alles nicht so ernst zu nehmen. „No worries, ganz entspannt, sich nicht über Kleinigkeiten aufregen“, mit diesem Gefühl geht sie aus der Yogastunde. Keine hochkochenden Gemüter beim Autofahren, mehr Harmonie im Zwischenmenschlichen und kein Drang mehr, sich an negativen Gedanken und Gefühlen festzubeißen und zu lästern. Das sind die Auswirkungen der Yoga-Praxis, die Swana an sich selbst feststellt.

Den sportlichen Aspekt möchte sie aber nicht aus dem Auge verlieren. Daher ist ihre Yogastunde eine Mischung aus Power-Yoga und Entspannung. „Damit man auch ein bisschen ins Schwitzen kommt.“ Namaste!

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