Uneingeschränkte Meeres-Momente

von Friederike Hiller

Vom Wind und Wetter geprägt, mit dem Wasser verbunden – das ist sie als Kind der Küste und zugleich sind diese Faktoren ihre Inspirationsquelle. Die Malerin Ines Ramm lebt im schleswig-holsteinischen Ausacker und liebt das Meer nicht nur als Motiv.

Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf. Gewittrig und vom Wind gepeitscht ziehen sie über das Meer und senken Dunkelheit über die Küste. Fern am Horizont tauchen weiße Segel auf. Ines Ramm genießt den Moment, speichert alles, was ihr Auge erblickt, ab. „Ich bin Stimmungsmaler und es gibt so wunderschöne Stimmungen am und auf dem Meer“, schwärmt die 44-Jährige. Für Künstler liefern Meer und Küste „reichlich Futter“. Dabei müsse das Wetter nicht immer gut sein. „Es darf auch gerne mal der dramatische Himmel sein.“

Freiheit, frische Luft und das Gefühl von Weite

Fast jeden Tag ist die Künstlerin am Wasser. „Ich bin Wassermann und mich zieht das Wasser magisch an, egal ob ich auf dem Boot oder SUP bin oder einfach nur mit den Hunden am Strand spazieren gehe.“ Das Meer bedeutet für sie Freiheit, frische Luft, das Gefühl von Weite. „Wenn ich am Strand sitzen und aufs Wasser gucken darf, bin ich glücklich.“ Manchmal hält sie diese Momente auch auf Fotos fest. „Ich mal oft große Bilder, da kann ich die Leinwand nicht mitnehmen, die würde mir bei unserem Wetter hier um die Ohren fliegen. Es reichen ihr die inneren Bilder und ab und zu eine Skizze. „Am besten male ich im Atelier. Dann kommt die in ihren Gedanken eingefangene Stimmung plötzlich wieder und breitet sich in bunten Farben auf der Leinwand aus. „Ich male einfach drauf los.“ Meist werde es eh anders als anfänglich gedacht. „Es ist spannend und toll zu sehen, wie das Bild entsteht.“

„Alles hier im Norden weht so schön im Wind“

Als Ines Ramm etwa 14 Jahre alt war, zeichnete sie zum ersten Mal Holnis Küste. „Ölfarben kamen erst später hinzu.“  Nebenberuflich habe sie immer gemalt, und dann kam der Zeitpunkt, als sie erkannte, dass ihre Bilder die Menschen berühren. Die Nachfrage stieg, erste Galerien fragten an, sie präsentierte sich auf Messen. „Es ist eine große Freiheit, so arbeiten und leben zu können“, erklärt Ines Ramm, wieso sie ihre Selbstständigkeit so liebt. Ihre Lebensfreude und Leidenschaft für die Malerei fesselt die Betrachter ihrer Bilder. „Sie spüren das. Es ist wichtig, dass die Bilder Seele haben.“ Dann muss das Motiv nicht unbedingt maritim sein. „Alles hier im Norden weht so schön im Wind.“ Wie beispielsweise Kornblumen. Sie probiere gerne aus, abstrahiere sehr stark. Der grobe Pinselstrich bleibt, egal wie das Motiv sich verändert. „Das Fotorealistische mag ich nicht so gerne.“ Bis zu zehn Sachen hat sie gleichzeitig in Arbeit. Da bleibt auch mal eines bis zu zwei Jahre stehen, bis sie es wieder hervorkramt. „Dann hat sich das Blickfeld verändert. Dann male ich es anders und bin zufrieden. Es ist eine Gefühlssache.“

Der richtige Zeitpunkt

„Es ist so schön, mit großen, breiten Pinseln zu arbeiten – nicht so eingeschränkt.“ Und da ist es wieder, das Gefühl der Weite und die Sehnsucht danach, die Ines Ramm in ihrem Leben, ihrer Malerei und ihrem Sternzeichen vereint. „Das ist doch typisch für Wassermann oder?“, fragt sie lachend. Wenn sie auf der Couch oder im Gras liege und ein Bild in ihr entstehe, dann müsse sie schnell aufstehen und die Farben auf die Leinwand bringen. „Man lernt sich dabei kennen. Und man lernt, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, die Ideen auf die Leinwand zu bringen.“ Nicht an jedem Tag funktioniere das gleich gut.

Mit Hund auf SUP

Das Meer habe für Ines Ramm aber nicht automatisch mit Arbeit zu tun. Sie nutzt es auch sportlich und zum Entspannen. „Wenn ich auf dem Wasser bin, ist es wie Urlaub.“ Vor allem, wenn sie sich paddelnd auf dem SUP dahinbewegt und alles um sie herum plätschert. Allein ist sie dabei nicht. Ihre vierjährige Hündin ist ebenso SUP-begeistert. Die setzt sich vor ihr aufs Boards und lässt sich durch die Gegend kutschieren. Betrachtet dabei die Krebse am Grund und lässt sich den Fahrtwind um die Schnauze wehen. „30 Kilo extra“, stöhnt die Malerin belustigt.

Bildernachweis: Ines Ramm

 

Ines Ramm hat ihr Atelier in der Lämmerstr.7 in Ausacker (Ortsteil Dammende) und ist unter 04634-1757 erreichbar.

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