Fliegt die Motte übers Wassers

von Friederike Hiller

Schnelle Reaktionsfähigkeit, Feingefühl fürs Bootshandling und die Bereitschaft, etwas Neues zu Lernen – das braucht es, um die Motte zu segeln. Franziska Mäge ist von der foilend fliegenden Bootsklasse nicht mehr herunter zu bekommen. Im Interview hat die bayrische Seglerin uns nicht nur verraten, wie sie zur Motte kam.

Zur Kieler Woche hatte es Franziska Mäge mit ihrer Motte auf die Ostsee gezogen. Als einzige Seglerin im Feld der Motte und Waszp, die gemeinsam in der Kategorie One Person Foiling Dinghy gewertet wurden, zeigte sie der männlichen Konkurrenz, dass mit ihr zu rechnen ist. Doch nach fünf Rennen war die Regatta für sie bereits zu Ende. Ihr Trainingsrückstand war dafür allerdings nicht ausschlaggebend: „Leider konnte ich mein volles Leistungspotential bei der KiWo noch nicht ausschöpfen, da ich im Februar an der linken Hand operiert wurde und deswegen nur wenig Trainingstage dieses Jahr hatte. Daher wusste ich, es ist noch Luft nach oben und die Ergebnisse ausbaufähig.“ Das Problem lag allerdings beim Material.

Angebrochener Bugsprit

Coastwriter: Was ging während der Kieler Woche zu Bruch?
Franziska Mäge: Mein Bugsprit also der „Sensor für den Flugkontrollmechanismus des Bootes“ ist angebrochen. Deswegen musste ich die Regatta vorzeitig beenden, um den Schaden in Ruhe zu reparieren.

Was würdest Du sagen, ist wichtig, um Motte zu segeln?
Schnelle Reaktionsfähigkeit, Feingefühl für Bootshandling und auch die Bereitschaft, etwas Neues zu Lernen und sich auf eine neue „Art“ des Segelns (das „Foiling“) einzulassen ist von Vorteil. Deswegen tun sich Segler aus olympischen Bootsklassen oft leichter mit der Moth zu fliegen, da sie die nötige Segelerfahrung und das Gespür für das Boot mitbringen.

Dreimal Mäge in der Motte.

Foto: Martina Orsini

Familiäre Moth-Konkurrenz

Es gibt nicht so viele Motte-Seglerinnen - wie ist es, im Männerfeld zu starten?
Ich finde es super mich mit den „Jungs“ zu matchen und so bekomme ich die Chance mit meinen Vater und Bruder zu segeln.
Die Damenwertung bei Deutschen Meisterschaften oder EM/WM sorgt für „Gleichberechtigung“. Auf der anderen Seite wäre es schön, wenn sich mehr Frauen in der Klasse ausprobieren würden.

Mäge und die Moth

Wie bist Du zur Motte gekommen?
Mein Vater war langjähriger Präsident der deutschen Mottenklasse und der Erste, der in Deutschland die fliegende Motte gesegelt ist. Nachdem mein Bruder auch in die Klasse eingestiegen ist, blieb mir sozusagen keine andere Wahl, um das Boot ebenfalls auszutesten. Seitdem „bekommt man mich nicht mehr von meiner Moth runter“.

Wie oft bist Du auf dem Wasser und was ist Dein Heimrevier?
Wenn der Wind stark genug ist, versuchen wir jedes Wochenende oder auch abends unter der Woche Segeln zu gehen. Mein Heimrevier ist der Starnbergersee mit meinem Segelclub dem Bayerischen Yacht Club. Wir sind aber auch viel am Ammersee und Walchensee unterwegs. Mein Lieblingsrevier ist nach wie vor der Gardasee.

Foto: Giovanni Mitolo

Nur Mitsegler fehlt in der Motte

Was sind Deine Ziele und Pläne für den Rest des Jahres?
Mein Ziel ist es die Manöver Wenden und Halse zu perfektionieren und noch mehr Gefühl für das Boot zu bekommen. Aber auch die körperliche Fitness soll verbessert werden. Als nächstes stehen ein paar „regionale Regatten“ auf dem Programm, bis der Saisonhöhepunkt im Dezember - die WM in Perth - näher rückt. 

Gibt es noch eine andere Bootsklasse, die Dich reizt?
Ich finde das Format der Segelbundesliga (DSBL) mit der J70 interessant. Durch meine Kommentatorenrolle habe ich gute Einblicke in das Geschehen bekommen und finde es besonders schön, wie die Segler der Clubs als Teams agieren müssen und sich gegen die anderen Clubs behaupten. Das fehlt mir in der Moth – ein Mitsegler/Team, mit dem man den Spaß und die Freunde am Segeln, den Fortschritt, den Erfolg und Misserfolg teilen kann. 

Bildnachweis Titelfoto: Martina Orsini

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