Turn an Turn auf Indonesiens konstanter Welle

von Friederike Hiller

Sie hat ihre Sachen gepackt, Australien den Rücken gekehrt und ist zurück nach Europa gezogen. Mit im Gepäck hat Valeska Schneider schöne Erinnerungen an ihren letzten Trip nach Indonesien – und Vorfreude auf das erste Kräftemessen des Jahres.

Traumhafte Zeit am Lakey Peak

„Ich hatte eine traumhafte Zeit“, schwärmt Valeska als ihre Gedanken zur Sundainsel Sumbawa und zum Lakey Peak schweifen. „Die Wellen sind dort überall perfekt, die Einheimischen super nett und das Essen mega lecker“, fasst sie ihren fünften Indonesien-Trip zusammen. Mit dem Roller die Insel zu erkunden sei kein Problem, doch eigentlich habe sie eh die meiste Zeit im Wasser verbracht und die schönsten Momente mit der Kamera einfangen lassen.

 

Kampf um gute Wellen

Die Temperatur steigt auf 33 Grad Celsius. Die Hitze breitet sich aus, heizt die Zimmer auf und lässt sich vom leichten Lüftchen nicht verscheuchen. Noch ein Grund, sich schnell das Surfbrett unter den Arm zu klemmen und ins Meer zu stürzen – vor allem wenn keine Klimaanlage im Zimmer für eine Abkühlung sorgt.

Wozu auch, das Meer bietet die beste Abkühlung. Und die Welle, die Valeska Schneider im Visier hat, baut sich direkt vor ihrer Nase auf. „Lakey Peak ist ein recht berühmter A-Frame mit ein paar benachbarten Breaks.“ Die Hauptspots seien zwar immer recht voll und man müsse sich manchmal etwas durchkämpfen, um die guten Wellen zu erwischen, doch für die perfekte indonesische Welle lohne sich das auf jeden Fall. Allerdings: „Man sollte schon etwas erfahrener sein, um manche dieser Riffe zu surfen.“

Turn, Turn, Turn

„Es kann schon immer wieder recht groß werden und aufgrund der flachen Riffe und hohen Periode sind die Wellen auch sehr kraftvoll“, fasst Valeska zusammen. Für sie sind es die idealen Trainingsbedingungen, um an ihren Turns zu üben. „So bin ich nicht den Großteil der Surfsession damit beschäftigt, nach einigermaßen surfbaren Wellen zu suchen.“ Zwar sei es für Wettkämpfe wichtig, auch in schlechten Wellen gut zurecht zu kommen, aber bei den immer wiederkehrenden guten Bedingungen lassen sich die Bewegungsabläufe besser im Gehirn abspeichern. „Damit die Turns im motorischen Gedächtnis automatisiert werden“, erklärt sie.

Besser surfen

So verbringt sie die Tage auf dem Wasser und paddelt nur an Land, um ihre Akkus wieder aufzuladen. Am liebsten mit Fruchtsalaten oder lokalen Reisgerichten. Viele Touristen begegnen ihr dort nicht. Es gibt ein paar benachbarte Dörfer und Surfer. Es dauert ein bisschen, bis sie die benachbarten Häuseransammlungen erreicht hat. Doch es lohnt sich, denn auch dort bieten sich ihr einige anspruchsvolle Wellen. „Das Surfgefühl ist in Indonesien einfach der Wahnsinn, da man meistens um einiges besser surft, als an anderen nicht so perfekten Orten.“ Zumindest ab dem Zeitpunkt, an dem sich Wohlfühlen und scharfe Riffe sowie Barrels nicht mehr ausschließen. „Und sobald man dann noch seine Angst bei über sechs Fuß hohen Wellen überwunden hat, mach das Adrenalin richtig happy.“

Nächster Stopp: adh-Open

Die nächsten Wellen, die auf Valeska Schneider warten, werden wohl nicht ganz so perfekt sein. Es sind Wellen vor der französischen Atlantikküste. In Seignosse starten die adh-Open (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) im Wellenreiten. Für die Pfingstwoche vom 19. bis 26. Mai haben sich bereits über 1000 Studenten angemeldet. Die Übernachtungsmöglichkeiten für das Event mit Surf-Contest, Musik und Aktivitäten sind fast ausgebucht. Nur noch wenige Bungalows sind frei.

Doch auch die Zeit bis dahin bleibt für die Surferin, die wieder in München angekommen ist, spannend. Denn der Film des Projekts „Athletes against Plastic“ befindet sich im Schnitt und soll Anfang Mai veröffentlicht werden. Während der Longboard WM im Januar in China hatte Valeska zusammen mit dem deutschen Surf-Team die Bedingungen vor Ort und die Verschmutzung der Meere gefilmt. Die Finanzierung stellte das Team über Crowdfunding sicher.

Fotohinweis: Valeska Schneider

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