In eisigen, grün erleuchteten Wellen

von Friederike Hiller

Ein faszinierendes Naturerlebnis, ganz pur und eisig kalt. Mystisch schillert der dunkle Himmel in grünen Tönen, Eiszapfen hängen an Haaren oder Bart, der Schnee knirscht auf dem Weg ins Wasser. Und da wartet es, das wundervolle Abenteuer in eiskalten Wellen. Wie eine Rückkehr zu seinen Ursprüngen ist das Surfen auf den Lofoten - im Sommer auch mal ohne Haube.

Überfüllte Strände, im Wasser sitzt ein Surfer neben dem anderen, die Sonne brennt vom Himmel, Sonnenbrände sind keine Seltenheit. Wer dem Trubel an den Surfspots den Rücken kehren möchte, findet seine Ruhe ganz im Norden. Dort, wo die kleine Inselgruppe der Lofoten vor Norwegen liegt, schwimmen Wale neben den Surfern und es gibt sogar eine Surfschule und einen Surfshop. In der Unstad-Bucht werden im Sommer auch Kurse für Anfänger angeboten. Dann sind ein paar mehr Surfer im Wasser - sobald es wieder richtig eisig wird und eine Schneedecke die Ufer in ein kaltes Weiß taucht, wird es einsam auf den Wellen.

Das Kaltwasser-Surfen hat seine ganz eigene Anziehungskraft. Die atemberaubende Landschaft, die Herausforderung der Elemente und das Gefühl, im Anblick der hohen Berge und der rauen See ganz klein zu sein, ziehen die Surfer in ihren Bann. Man begrüßt sich auf dem Wasser, freut sich, dass es weitere Surfer gibt, die dieses wunderbare Erlebnis teilen und die der Kälte trotzen, um diese Magie zu spüren. Man ist gerührt, erstaunt, ergriffen, innerlich ruhig, euphorisch, voller Freude...

Beim Surfcamp in Unstad ist im Sommer ein bisschen mehr los. Dann gibt es Würstchen vom Grill und eine mobile Sauna zum Aufwärmen. 2003 wurde es von Thor Frantzen und seiner Frau Randi gegründet. Mittlerweile wird es von seiner Tochter Marion und ihrem Mann geführt. Thor Frantzen war es auch, der 1963 zusammen mit Hans Egil Krane, das Surfen in Australien gelernt und auf die Lofoten gebracht hatte. Ihr erstes Surfboard produzierten sie selbst, als Vorlage diente das Cover des Beach Boys Albums Surfin' Safari. Das ZDF hat sich in Unsted am 69. Breitengrad - nördlich des Polarkreises - das arktische Surfcamp angesehen.

Bildnachweis Titelfoto: Jonatan Pie / Unsplash

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