Andalusischer Wellen-Tanz

von Friederike Hiller

Ein Ritt durch Andalusien kann auf dem Rücken der Pferde sein, aber ebenso ist der südlichste Zipfel Spaniens auch für seine Atlantikwellen bekannt. Dort haben sich Moni und Tom einen Surfertraum erfüllt. Ihr Erfolgsrezept: familiär und an der Seite der Einheimischen.

Konzentration auf das Wesentliche. Vielleicht ist es die Ruhe, die Sonne, das leckere Essen, ein langer Strandspaziergang oder die Welle, die sich vor dem Strand von El Palmar aufbaut, an Höhe gewinnt und tosend zusammenbricht. Vielleicht ist es auch der spezielle Sound des Meeres oder die selbst im tiefsten Winter singenden Vögel, die das Wesentliche in dem kleinen Ort an der südlichen spanischen Atlantikküste ausmachen.

„Das Nichts“, das ist es, was Monica Samm dort findet, wie sie mit strahlendem Gesicht erklärt. Zusammen mit Tom Mayr betreibt sie in der sechsten Saison die La Luz Surflodge.

„Es ist der wärmste Ort in Europa im Winter“ erklärt Tom eine der Kriterien zur Standortwahl. „Im Winter am Atlantik hat's immer gute Wellen.“ Sein bayrischer Akzent ist zu hören. Den Müncher Spot, den Eisbach, hat der Surfer gegen die vielen Wellen an mehreren Spots rund um El Palmar eingetauscht. Bei der Vielfalt gehören geschützte Buchten, die bei stärkeren Winden angefahren werden können ebenso dazu, wie die richtige Welle für den Anfänger oder Fortgeschrittenen. „Die Welle ist für den durchschnittlichen Surfer händelbar“, sagt er und fügt erklärend hinzu: „Meistens sind sie Brust- bis schulterhoch“.

Eine große LaLuz-Familie

Die richtige Welle finden die Surflehrer. Jaime Le He Welmsley und Javi Selassie gehören seit der ersten Stunde zum Team. Die Locals kennen sich bestens aus und gehören zur La Luz Familie. Das Familiäre wird in der Surflodge groß geschrieben. Dazu tragen sowohl eine heimelige Atmosphäre als auch gut durchmischte Altersgruppen bei.

„Wir sind mit Locals als Surflehrern in die Dorfgemeinschaft eingebuden“, erklärt Tom das Konzept. Obwohl er es nicht als Konzept bezeichnet. Sie freuen sich einfach über den Kontakt mit den Einheimischen und, dass sie an der andalusischen Kultur teilhaben können. „Hier in Andalusien liegt die Arbeitslosigkeit bei 38 Prozent. Da tun wir gerne was dagegen.“ Und so kommen auch der Koch, der Leckereien zum Frühstück, Mittag und Abendessen zaubert und bereits „Liebeserklärungen“ dafür geernetet hat, und alle weiteren Teammitglieder aus der Gegend.

Im Winter am Atlantik hat's immer gute Wellen.

„Eigentlich komme ich vom Windsurfen, habe dann aber aufgehört, weil mir das Aufriggen zu umständlich war“, schmunzelt Moni. Das Surfbrett unter den Arm geklemmt, eine Straße überqueren und den Sand unter den Füßen spüren. Das macht in El Palmar aus. Durch Tom ist sie wieder zum Wassersport gekommen. „Ich kämpfe seitdem“, kommentiert sie mit einem Augenzwinkern. Den Spaß und die Freiheit auf dem Wasser sind ihr ins Blut übergegangen. Moni genießt das Spiel mit der Natur.

Ihre Begeisterung möchten die beiden auch an ihre Gäste weitergeben. „Jeder Baustein ist wichtig. Unterkunft, Verpflegung, persönliche Betreuung und Surfen. Die Leute sollen hier zu Hause sein. Es sind keine Fremden, sondern Freunde.“ Das Konzept geht auf. Viele Surfer kommen immer wieder in die Wellen unter der andalusischen Sonne.

Surflodge, Casitas und Casa de Cuore

Neu ist das Casa de Cuore, ein Haus im „marokkanisch-bayrischen-Bergchalet-Stil“. In der Ruhe zwischen Sonnenblumenfelder gelegen. Aber trotzdem bleibt das Meer im Blick. Hier können nicht nur Yogastunden abgehalten, sondern auch mit einem Spanischkurs in die andalusische Seele eingetaucht werden.

„Hier ist kein Konsum, kein Konsumzwang. Nur du als Mensch bist da. Du brauchst nichts und kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren“, beschreibt Moni die Atmosphäre.

Fakten

  • Um die 70 Gäste haben in den unterschiedlichen Unterbringungen Platz
  • Von drei Flughäfen aus gut erreichbar (Jerez de la Frontera), Sevilla und Malaga
  • Vollverpflegung, sehr lecker
  • Spots, viele Möglichkeiten und die Surflehrer suchen für das Level und die Bedingungen das Beste aus
  • „Vivir con la española“: eine Woche lang Spanisch lernen. Mit Sheila gemeinsam spanisch leben, spanisch kochen, einkaufen, Freunde zu Besuch haben
  • weitere Infos La Luz Surflodge

 

Surfspots rund um El Palmar

 

Eine Auswahl an Spots rund um El Palmar

  • Fuente del Gallo: wunderschöne Bucht mit Steilküste. Beachbreak mit Felsen im Wasser.
  • Conil: Stadtstrand, geht gut, wenn El Palmar zu groß ist.
  • El Palmar: langer Beachbreak mit mehreren Sandbänken, bei vielen Konditionen surfbar. Wenn's höher wird, werden die Wellen hohl und schnell.
  • Los Caños de Meca: Pointbreak, schöne lange Longboardwelle, braucht aber eine bestimmte Wellenhöhe, damit sie läuft. 
  • Yerbabuena: Pointbreak, sehr weit zum rauspaddeln, lange Welle.
  • Barbate: Stadtstrand, große Bucht, zur rechten Seite hin geschützter.

 

Bildernachweise: LaLuzSurf (6)
Hiller (1)

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