Portugals Gegensätze und Gemeinsamkeiten

von Friederike Hiller

Berge und Meer, nass und trocken und doch auch irgendwie gleich. Natur genießen, Aufregung spüren, Extremsport erleben: Die postugiesische Küste nördlich von Lissabon bei Sintra lässt Outdoor-Enthusiaten, die sich nicht zwischen Surfen und Klettern entscheiden können, den doppelten Genuss oder auch Nervenkick ausleben. Innere Balance auf den Wellen und an der Wand...oder beim Yoga finden.

„Da ist eine rechte Welle...hmmm, mag lieber linke… mist die bricht früher als ich dachte, bin ich eigentlich im Channel - puh ja alles jut, oh da ist Sergio, ok gleich da, ok da kommt ein Set.. f..k, sorry paddel, girl“, mit kräftigen Armzügen bringt Julika Nölte ihr Surfboard ins Linu-up. Durch ihren Kopf schießen die Gedankenfetzen – und das in verschiedensten Sprachen. Dann wird es ruhig, sie hat das Line-up erreicht, setzt sich auf ihr Board schnackt ne Runde und schaut den anrollenden Wellen zu. „Die äh, oder die, mein turn, right? ok go! JUHUUUU.“

Definitiv Sunset-Surf

Die schönste Zeit des Tages, um die Sonne auf dem Wasser zu genießen, ist für Julika der Augenblick, bevor sie untergeht. Der Sonnenaufgang liegt ihr eher nicht. „Dann muss ich um 5 Uhr aufstehen und brauche eine Stunde Zombizeit mit Kaffee, bevor ich aus dem Haus gehe!“ Da fällt bei der Entscheidung zwischen Sunrise oder Sunset surf leicht: Sunset definitely! „Ich habe mich da den Portugiesen angepasst, die stehen auch gerne später auf und haben es gemütlich.“

Sand am Strand und im Haus

„Ich trage mein Paradies in mir“, das hat Julika Nölte zu ihrem Lebensmotto gemacht. Aber sie hat auch ihren Lebensmittelpunkt dahin gelegt, wo sie ihre Leidenschaften ausleben kann. „Ich habe mich in Praia Grande und Portugal verliebt. Mit allem drum und dran. Große Wellen...zu großen Wellen, Pastel de Nata, grüne Wälder, Sonne, Portugiesen, Lissabon, die Brücke, goldenes Licht am Abend, Sand am Strand und im Haus, Surfbretter im Auto...“

Und dann kam das Klettern zum Surfen

Mit SaltyWay hat Julika ihre Liebe zum Meer, der Natur und dem Sport verbunden. 2015 markierte ihr Surf- und Klettercamp das Ergebnis einer Reihe von Ereignissen. „Ich habe schwimmen gelernt, bin an der Ostsee aufgewachsen und war am Strand mehr im Wasser als an Land und dort mehr unter als über Wasser“, erzählt die gebürtige Kielerin. Surfen war für sie „etwas, das man im Wasser tun kann“. Sie studierte Sport, das Surfboard wurde zum ständigen Reisebegleiter. Nachdem sie Station in Frankreich, Spanien und auf die Kanaren gemacht hatte, zog sie schließlich nach Portugal. „Tja, und dann kam alles zusammen. Reisen, Surfen und Spaß haben: SaltyWay. Klettern habe ich übrigens erst hier gelernt und es passt super rein.“ Ihren Spaß in der Welle oder in den Bergen möchte sie auch ihren Gästen mitgeben. Was sollen die nach einem Urlaub mitnehmen? „Neue Freunde, gute Erinnerung und eine unglaubliche Erfahrung. Im Wasser, an der Wand und im Haus.“

Zeit, Neues zu lernen

Als Surflehrerin lässt sie ihren Schülern, die Zeit, die sie brauchen. Denn aus eigener Erfahrung weiß sie, dass es manchmal etwas länger dauert. 1999 in Frankreich unternahm sie ihre ersten Surfversuche. Gelernt hat sie es schließlich in Australien. „Ich kann mich vor allem an die drei Monate im Weißwasser erinnern. Learning by doing… Habe ziemlich lange gebrauch, und brauche es noch immer. Im Wasser etwas Neues zu lernen dauert ewig bei mir. Ich habe mal ein halbes jähr meine Arme ausgeschüttelt beim Surfen - im Versuch, die lockerere zu halten.“

Windstille und große Wellen

Mittlerweile liebt sie große Wellen, Point Breaks, Windstille, linke Wellen und mit ein paar Freunden im Line Up zu sitzen.

Bildernachweis: Salty Way

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