Kantabrien: Eintauchen in die Elemente

von Friederike Hiller (Kommentare: 1)

Schneebedeckte Berge, eine Bucht mit langem Sandstrand und Wellen, die in langen Linien auf die Küste zurollen: Das ist die Kulisse von Kantabrien. Dort ist das Element-Surfcamp beheimatet.

Das Rauschen des Meeres dringt durch die Fenster des Hauses, lange bevor die ersten Sonnenstrahlen die Surfer in ihren Betten wachkitzeln. Zwei Schritte zum Fenster, die Läden öffnen und der Blick fällt auf die Bucht von Oyambre. Der erste Spotcheck am Morgen. Wer nicht solange warten möchte, kann im Licht des glutroten Sonnenballs beim Sonnenaufgang bereits im Line-up sitzen. Denn vom Haus des Elementsurf-Camps sind es nur wenige Schritte die Steilküste hinab.

Element Surfcamp im Nachthimmel mit Sternen

Die Bucht von Playa de Oyambre ist in Richtung Nordosten geöffnet. Bei einem großen Swell aus Nordwest ist es die geschütztere Bucht. Wenn es dort zu klein wird, reicht ein kleiner Trip über den nächsten Hügel zur Nachbarbucht. Playa de Meron ist nach Nordwesten ausgerichtet. Wer sich dort zu Beginn der Saison im April oder Mai im Line-Up befindet, blickt auf die noch weißen Gipfel der Picos de Europa.

Ein Stück Surfglück

Diese einzigartige Aussicht vom Meer aus auf das schneebedeckte Bergpanorama ist einer der Gründe, weshalb sich Campbesitzer Alexander Lamby für dieses Fleckchen Erde im Norden Spaniens entschieden hat. Zusammen mit seinem Kumpel Robin hat er nach dem Studium in Köln und längerer Zeit im Ausland eine Möglichkeit gesucht, den Traum vom Leben am Meer zu verwirklichen. „2009 haben wir dann die Idee, mit einem Surfcamp den Lebensunterhalt zu bestreiten in die Tat umgesetzt“, erzählt Alex. Während Robin mittlerweile wieder in Deutschland lebt, bereitet sich Alex auf die kommende Saison vor.

2001 auf einem Bullitrip entdeckte der Kaufmann, Sozialpädagoge und ISA zertifizierte Surflehrer die Bucht von Oyambre, mitten im landschaftlich reizvollen Nationalpark. „Wir wollten auf jeden Fall nach Spanien. Die Strände von Oyambre und Meron, mit den Picos de Europa im Hintergrund, sind für mich nach wie vor die schönsten Strände Europas und bieten auch außerhalb des Surfen unendliche Sport- und Ausflugsmöglichkeiten“, erklärt der 37-Jährige die Standortwahl und verfällt ins Schwärmen: „Im Naturpark Oyambre darf nicht gebaut werden. Aus dem Grund gibt es direkt am Strand nur eine Handvoll Häuser. Die Region ist vom Massentourismus verschont geblieben und man findet fast immer eine Welle ohne viele Leute.“

Egal wie ich vor dem Surfen drauf war, danach fühle ich mich immer frisch und gut.

Das Gefühl auf dem Surfbrett

Alexander Lamby surft seit dem Jahr 2000. Damals war er mit einem Kombi auf Tour am Atlantik entlang und blieb bei einem Surfcamp hängen. „Egal wie ich vor dem Surfen drauf war, danach fühle ich mich immer frisch und gut.“ Dieses Gefühl und das Surfen an sich vermisst der Kölner, wenn er über die Wintermonate in Deutschland ist ebenso wie „die gute Luft und die schöne Natur.“ Wieder an der Nordküste Spaniens angekommen, hätte er gerne seine Freunde dabei und die guten Restaurants von daheim.

Dabei kann sich die Campküche sehen lassen. Ob mit Fleisch, vegetarisch oder vegan - für jeden wird das Essen passend zubereitet. Dass sich die Gäste wohlfühlen, ist Alex wichtig. „Unser Konzept war es von Anfang an, Surfreisen für Erwachsene (25+) und Familien mit Kindern aufzubauen. Wir möchten einen Hotelstandard mit Surfcamp-Ambiente bieten und kein Partycamp für Studenten.“ Die familiäre Atmosphäre wissen die Gäste, die in der Regel zwischen 25 und 45 Jahre alt sind, zu schätzen. Viele Stammgäste kommen immer wieder.

 

Wieso heißt das Surfcamp eigentlich Elementsurf?

Nach einem ereignisreichen Tag auf dem Wasser, wenn die Sonne langsam hinter dem Hügel in Richtung San Vicente de la Barquera verschwindet, lassen sich die lauen Nächte mit einem Glas Cerro Alto Weißwein auf der Terrasse genießen. Oder im Dunkeln mit einer Runde Cornhole, auch bekannt als Bean Bag oder Sacklochspiel. Nur beleuchtet von den Windlichtern auf den Tischen sorgt die verschärfte, Fast-keine-Sicht-Variante für einigen Spaß.

Und darum dreht sich auch das Elementsurf-Motto: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat! „Das Konzept ist voll aufgegangen und aus dem Grund wird auch nichts geändert“, sagt Alex lachend.

Eine Frage gibt es noch zu klären. Wie kam es zu der Namenswahl? „Lange Geschichte! Kurz gesagt, war der Plan vor sieben Jahren auch Reisen für andere Sportarten (Elementkite, Elementsnow...) anzubieten. Nach der ersten Saison war dann ziemlich schnell klar, dass es wohl bei elementsurf bleiben wird. Ist Arbeit genug.“

 

Bildernachweise: Elementsurf (8)
Hiller (1)

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Gravatar von Natalie

Natalie

Sehr schöner Artikel, Friederike - wir waren selbst mehrmals im Elementsurfcamp zu Gast und können Alles nur bestätigen. Leider gibt es Vergleichbares nicht in unserer Nähe. Wenn wir nicht auf eigene Faust "vor der Haustür" surfen, dann müssen wir schon etwas weiter fliegen um einen ähnlichen Standard an Rundumversorgung, guter Verpflegung und herzlicher Gastfreundschaft zu bekommen und die Reise zum Elementsurfcamp ist uns jetzt zu weit. Eigentlich sehr schade. ..
Liebe Grüße aus Southland, Neuseeland
Natalie

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