Auf Überfüllung folgt Leere

von Friederike Hiller

100 Menschen im Wasser und dann ist niemand mehr da: Line-Ups zwischen Surfer-Rufen und Möwenkreischen.

 

Die sonnigen Tage sind vorbei. Nicht ganz, aber zumindest die warmen. Doch das hält viele Kitesurfer, Windsurfer und Wellenreiter normalerweise nicht davon ab, aufs Wasser zu gehen. Doch, was die Temperatur nicht bewirkt, schafft das Virus. Mit Corona ist es an den Küsten ein bisschen leerer geworden. Zumindest, wenn der ein oder andere gerne die Wasserzeit in Dänemark verbracht hätte.

Vom Reiseziel zum Risikogebiet

Noch in den Herbstferien quollen die Parkplätze Cold Hawaiis über. Die Wellen waren bevölkert von Wassersportlern von jung bis alt. Da war es auch keine Seltenheit, wenn beim Blick aufs Wasser, 90 bis 100 Menschen im und auf dem Wasser gezählt wurden. Frankreich, Spanien oder Portugal wären zwar wärmer gewesen, waren aber bereits als Risikogebiet eingestuft oder es war unsicher, wie es dort weitergehen würde – also kein wirklich attraktives Reiseziel mehr, zumindest nicht für die, die sich keine anschließende Quarantäne leisten konnten. Also zog es jung und alt an die dänische Küste. Wellen gab es da auch, nur eben mit mehr Wind, kälterem Wasser und teilweise Regen.

Sehnsucht nach Surf-Session

Wem es da zu voll wurde, der sehnte sich die Zeit herbei – ohne Ferien und nur mit denen im Wasser, die auch bei nur wenigen Plusgraden noch aufs Wasser gehen. Doch aus dem Wunsch wurde nichts. Denn auf die Überfüllung folgte die Leere. Zumindest für diejenigen, die nicht an der dänischen Küste leben. Auf den Webcams laufen die Wellen immer noch wunderbar an den Strand. Doch schnell Neopren und Surfbrett ins Auto packen und hinfahren geht nicht mehr. Auch wenn der Sport auf dem Wasser einen großen Sicherheitsabstand zulässt, der Weg bis dorthin ist versperrt.

Also bleibt das Hoffen auf Stürme, die den nahegelegenen Küsten Wellen und Wind bringen. Wie voll es dann sein wird, werden die nächsten anrauschenden Wetterfronten zeigen.

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