„Ich kann’s“

von Friederike Hiller

Eine Siegerin mit einer Rennserie aus Top-Platzierungen, Freudentränen für ein gelungenes Comeback und Seniorinnen im Juniorenfeld: Den Wechsel aus West- und Ostwind bei der YES Regatta vor Kiel nutzten Laura Schewe, Hannah Anderssohn und Svenja Weger für sich.

Nach sechs Rennen, wovon sie drei gewann, kam Laura Schewe mit einem Strahlen zurück an Land. „Es ist schön. Ich habe gemerkt, dass ich auch noch ganz vorne mitsegeln kann“, zeigte sich die neue Deutsche Junioren-Meisterin und Siegerin der Youth European Sailing (YES) Regatta im Laser Radial vor Kiel zufrieden.

Laura Schewe segelte zum Sieg.

Foto: OKpress

Vollgas gegeben

„Vorne war es echt eng. Da waren auch einige von den Senioren mit dabei. Immer die Gleichen haben sich um die Plätze geprügelt“, berichtet Laura Schewe lachend. Bei den letzten Rennen habe sie am meisten auf Lena Haverland geachtet, die noch vor dem letzten Tag ihr dicht auf den Fersen auf Rand zwei lag und sich dann auch den Silberrang der YES-Wertung ersegelte. Doch eigentlich habe sie an diesem Tag, wie an den anderen zuvor, sich vorgenommen, Vollgas und vorne zu segeln.

„Es hat alles zusammengepasst“, freut sich Laura Schewe. „Ich hatte drei gute Tage und bin konstant vorne mitgesegelt.“ Der Titel der Deutschen Juniorenmeisterin stärke ihr Selbstbewusstsein. „Das hort sich schon cool an. Und ich war auch noch nie so weit vorne bei einer so großen Regatta, bei der auch Senioren mitgesegelt sind.“ Insbesondere haben ihr die Rennen gezeigt, dass sie auch die Senioren schlagen kann. „Auch wenn ich nicht so alt bin wie sie. Ich kann’s.“

Den schönen Ostwind heute konnte ich dann aber nicht einfach auslassen

Duell Juniorin - Seniorin

Eine aus dem Seniorenfeld, die auch bei der YES Regatta an den Start ging, ist Svenja Weger. „Ich wollte gerne an meinen Starts arbeiten. Dafür sind Regatten immer gut“, erklärt sie. Da sie allerdings die ersten beiden Tage krank pausieren musste, griff sie erst am dritten Tag ins Geschehen mit ein. „Den schönen Ostwind heute konnte ich dann aber nicht einfach auslassen“, erklärt sie lachend am Pfingstmontag. Und den nutzte sie und segelte vorne mit. Mit Laura Schewe setzte sie sich beide Male mit an die Spitze, einmal hatte Svenja den Bug vorne und das Rennen ging an sie, einmal Laura.

Hannah Anderssohn gewann gleich ihr erstes Rennen nach der Verletzungspause.

Foto: OKpress

„Schlichtweg überwältigend“

Einen perfekten Start in die YES Regatta legte auch Hannah Anderssohn hin. Nach langer Verletzungspause war es ihre erste Regatta. Und gleich das erste Rennen gewann sie. „Das erste Rennen direkt mit Abstand zu gewinnen, war für mich einfach schlichtweg überwältigend“, erklärt die Seglerin, der nach dem Zieldurchgang Freudentränen in den Augen standen. „Die YES mitsegeln zu können beziehungsweise allgemein wieder in das Regattasegeln einzusteigen, war das, was mich die letzten Wochen und Monate jeden Tag motiviert hat. Dementsprechend glücklich bin ich momentan, dass das alles auch so gut geklappt hat.“

Alle Rennen konnte Hannah Anderssohn nicht mitsegeln. Zwei Rennen pausierte sie. „Es war von vornherein geplant, nicht alle Rennen mitzusegeln, damit ich mich selbst und mein Knie nicht direkt zu Beginn überfordere. Schmerzfrei konnte sie noch nicht segeln. „Eine wichtige Aufgabe wird in Zukunft sein, dass ich lerne auf meinen Körper und Warnsignale zu hören. Dazu gehört auch, ab und an mal eine Wettfahrt nicht mitzusegeln, auch wenn das Herz etwas anderes möchte.“ Insgesamt sei sie aber sehr happy, weil ihr die YES gezeigt habe, dass sie das Segeln nicht verlernt hat, aber ihr Knie noch Zeit brauche. „Die bekommt es auch.“ Perfekt sei die YES aber vor allem auch gewesen, um beispielsweise bestimmte Situationen am Start üben zu können.

 

Es kann immer alles passieren

Die Laser Radial Seglerinnen blicken nun auf die Kieler Woche Ende Juni. Dort werden sie wieder alle auf der Kieler Förde um Plätze und Positionen segeln. Auch Laura Schewe freut sich bereits darauf, danach folgen für sie die Warnemünder und Travemünder Woche und die U21-Europameisterschaften Mitte August in Polen. „Bisher denke ich, dass ich in die Regatten gehe, wie bisher aus“, der Druck sei nicht größer. „Segeln ist ein Draußensport. Da kann immer alles passieren.“

Bildnachweis Titelfoto: OKpress

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