Kolumne: Zum Verwechseln ähnlich

von Friederike Hiller

Es gibt sie einfarbig, bunt, mit persönlicher Stickerei oder auch im Maya-Look. Die Surf-Ponchos sind am Strand längst nicht mehr wegzudenken.

Aus Südamerika kommt das bunte Tuch, das einen Schlitz hat, durch den der Kopf gesteckt wird. In der Plastikvariante, mit Kapuze und in längerer Ausführung hilft er beispielsweise Open-Air-Konzertbesuchern, bei strömendem Regen nicht klitschnass zu werden. Aus Plastik wurde Baumwolle und der Poncho wanderte an den Strand.

Dort ist die Zipfelmützenoptik bereits fester Bestandteil. Insbesondere, wenn unter dem Neoprenanzug der blanke Hintern versteckt ist, hat so ein körpernaher Sichtschutz schon seine Vorteile. Klar, wer hat nicht schon mehr oder weniger nackte Frauen in seinem Leben gesehen. Aber wer nicht auf FKK steht, der mag sich ja auch nicht jedem in seiner reinsten Natur zeigen. Und noch einen Vorteil hat dieses weiche Kleidungsstück, in das es sich so schön einkuscheln lässt. Wind und Kälte ergreifen nicht gleich die nasse Haut und verwandeln sie in eine Frostzone: Geschützt wird sie zuerst trocken, bevor sie wieder an die frische Luft gelassen wird.

Die Surfponchos halten warm

Dabei kommt es immer wieder zu skurrilen Verrenkungen. Es wird sich in die trockenen Klamotten gewunden, dabei wird gleich der untere Teil des Ponchos mit in der Hose versenkt.

Auch die Verwechslungsgefahr unter den Ponchoträgern ist nicht zu unterschätzen. Wer sich die Maya- oder Zebra-Variante gesichert, oder sich selbst einen Poncho genäht hat, kennt diese Probleme meist nicht. Doch wer sich das Standardmodell besorgt hat, stößt in Surfcamps an Identifikationsgrenzen. Da hängen im Garten über Stühlen und an Leinen nach dem Surfen die Ponchos in der Sonne und trocknen. Und sie sehen alle gleich aus.

Nach langer Suche kommt der alte Trick aus der Schulzeit wieder in den Sinn. Mit Kugelschreiber auf das Etikett in der Nackenpartie Zeichen oder Worte gekritzelt und dann ist zumindest sicher, ob es das eigene Modell ist, das soeben  abgehängt wurde.

Und wer sich gar nicht erst umziehen mag - auch der Surf-Poncho hat seine Berechtigung als vollwertiges Kleidungsstück. Wie herrlich ist es, am Strand zu sitzen und eingehüllt in den weichen Stoff, den Sonnenuntergang zu genießen.

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