Spaß beim Vorwind-Wellensurfen

von Friederike Hiller

Wie wilde Stiere springen die Boote in den Wellen beim Start. Dann nehmen sie Fahrt auf, heben kurz ab, nutzen die Wellen ohne sich von ihnen umschupsen zu lassen. Wer den wilden Wellenritt am besten im Mittelmeer vor San Remo vollzog hatte die Nase im Feld der 470er vorn.

Auf den wilden Sonntag folgte ein sehr windiger Montag. Der Wind blies um die 40 Knoten stark, Rennen wurden nicht gestartet. „Wir freuen uns trotzdem, dass wir nun im Medalrace sind, wären aber wirklich gerne heute noch mal bei starkem Wind gesegelt“, erklären Nadine Boehm und Ann-Christin Goliass, die auf Rang Sieben in den finalen Tag starten.

Foto: Gerolamo Acquarone/470 European Championship Sanremo

Gute Technik bei viel Wind

„Gestern waren die Bedingungen echt verrückt. Zuerst mussten wir warten, weil kein Wind war. Vor dem Start hat er dann sehr plötzlich sehr stark zugenommen“, schauen die beiden auf den Sonntag zurück. „Generell mögen wir solche Bedingungen mit viel Wind und vor allem Welle, da wir für uns eine gute Technik gefunden haben, sicher und ohne kentern über den Race Course zu kommen. Und auf dem Vorwind die Welle zu surfen, macht ultra viel Spaß.“

Allerdings zermürbte das Warten auch die beiden Seglerinnen vom DTYC (Deutscher Touring Yacht-Club). „Das Warten auf dem Wasser bei 30 und mehr Knoten nach dem ersten Rennen ging uns aber ziemlich auf die Nerven. Das ist weder für uns als Segler, noch für das Material entspannt.“

Foto: Gerolamo Acquarone/470 European Championship Sanremo

Ärgerliche Kollision

Über zwei Stunden warteten sie an Land, die Bedingungen veränderten sich nicht. „Als wir zum zweiten Rennen dann erneut rausgeschickt wurden, hat man bei viele Teams schon gemerkt, dass sie an ihre Grenzen kamen. Wir erwischten einen guten Start und fanden uns im Spitzenfeld wieder. Bei solchen Bedingungen haben aber leider viele ihre Boote nicht mehr einhundertprozentig unter Kontrolle, was uns das Rennen leider zerstörte.“ Es kam zu einer Kollision mit dem japanischen Team. Das Boot von Nadine und Ann-Christin erlitt einen Schaden und sie konnten das Rennen nicht beenden. „Wir bekamen aber im Protest später eine Wiedergutmachung. Solche Situationen sind super ärgerlich, aber gehören zu unserem Sport.“

Foto: Gerolamo Acquarone/470 European Championship Sanremo

Motiviert ins Medalrace

In den Dienstag und das anstehende Medalrace gehen nun beide voll motiviert. „Wir hoffen, dass wir nicht wieder warten zu müssen. Der Wetterbericht sieht zumindest ganz anders aus als die letzten Tage.“

Während bei den Europameisterschaften der 470ern in Italien die Medalraces anstehen, starten die 49er, 49erFX und Nacra 17 Segler in den zweiten Tag ihrer EM im britischen Weymouth.

Bildnachweis Titelfoto: Gerolamo Acquarone/470 European Championship Sanremo

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