Tanz mit Welle und Wind

von Friederike Hiller

Bis zu vier Meter hohe Wellen türmen sich vor Sylt auf, laufen in Richtung Strand, toben sich aus, lassen die Energie spürbar werden. Dazu fegt der Wind mit acht Windstärken über den Sand, peitscht über das Wasser und treibt die Windsurfer an. Das Spiel mit Welle und Wind beherrscht Philip Köster souverän. Er holt sich beim Windsurf-Weltcup Finale seinen vierten Titel.

Foto: Frank Molter

„Es ist einfach unglaublich“

Freudestrahlend und jauchzend kommt Philip Köster nach seinem dritten Platz beim Windsurf-Weltcup an den Brandenburger Strand von Westerland. Er hat alles gezeigt, und sich somit auch ohne ins Finale einzuziehen, den Weltmeistertitel im Waveriding gesichert. „Es ist einfach unglaublich. Nach so einem harten Jahr. Es war einfach super. Ich freu mich wirklich.“ Bis zum Ende des Heats wusste er nicht, ob es gegen Alex Mussolini gereicht hatte. Umso größer die Freude, dass alles geklappt hat, die Bedingungen stimmten und er sich den Titel holen konnte. Und dass, obwohl er aufgrund einer schwerer Knieverletzung nach einem Sturz zehn Monate lang pausieren musste. „So ein Comeback habe ich mir nicht mal erträumt!“

Foto: Frank Molter

Zum Titel geloopt

Tee anstatt Bier hieß es, als die Surfer vom Wasser kamen. Der Oktober zeigte sich von seiner ungemütlichen Seite und auch die Nordsee hatte nur noch 15 Grad vorzuweisen. Nicht ganz die Lieblingstemperatur des 23-Jähigen, der auf Gran Canaria lebt. Trotzdem konnte er auch bei kälteren Gefilden mit hohen Doppel-Loops und dem perfekten Ritt durch die Wellen den Spanier und zweifachen Sylt-Gewinner Alex Mussolini hinter sich lassen. Das Finale machten der Weltmeister des Vorjahres, Victor Fernandez Lopez, und Marcilio Browne unter sich aus. Lopez sicherte sich den Weltcup-Sieg.

"Es war einfach unglaublich", freut sich Philip Köster über seinen viertel WM-Titel.

Foto: Frank Molter

Der Kampf zurück aufs Board

Auch wenn Geduld nicht zu seinen Stärken gezählt wird, so kämpfte sich doch Philip Köster zurück an die Weltspitze. Egal, ob andere ihm mit einer so schweren Knieverletzung  das jemals wieder zugetraut hätten. Mit acht Jahren nahm er zum ersten Mal das Segel in die Hand und ließ seine nackten Füße in die Schlaufen des Boards gleiten. Seitdem hat er es nie wieder zurückgelassen. Mit zwölf Jahren stieg er in die Profi-Szene ein, sammelte drei WM-Titel und dann der Sturz. Elf Monate später, noch mit Karbon-Schiene ums Bein, startet er wieder im Wettkampf und gewinnt den ersten Stopp der World Tour auf Gran Canaria.

Foto: Frank Molter

Jetzt gehören Wellen und Wind den Damen

Im Waveriding geht es jetzt weiter bei den Damen, denn noch bis zum 8. Oktober sind Wellen und Wind vor Sylt im World-Cup-Modus.

Titelfoto: Frank Molter

Foto: Frank Molter

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