Schnell und sportlich

von Friederike Hiller

Anika macht das Frühstück und beide starten motiviert in einen neuen Segeltag mit ihrem 49erFX. Das Duo Victoria Jurczok/Anika Lorenz haben ihre Positionen gut aufgeteilt – nicht nur auf dem Wasser, auch an Land.

„Langsamer wird man nicht mehr“

„Anika ist der Frühaufsteher“, sagt die Steuerfrau grinsend und schaut ihre Vorschoterin an. Eine gute Stimmung auf dem Skiff ist den beiden wichtig. „Wir haben Spaß zusammen.“ Und das seit 2011. Da begann ihre Team-Geschichte und sie wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können. „Jede macht ihren Job zuverlässig.“ Auch teilen sich Victoria (27) und die Anika (26) ihre Leidenschaft für schnelle Boote. „Im 49erFX macht es viel mehr Spaß als in anderen Booten, weil der Skiff so schnell und sportlich ist.“ Ein Umstieg würde daher für die beiden auch gar nicht mehr in Frage kommen – zumal sie weiter in der olympischen Klasse segeln wollen. „Es gibt kein Zurück mehr, wenn man einmal schnell geworden ist. Langsamer wird man nicht mehr“, erklären sie lachend.

Foto: Pedro Martinez/Sailing Energy

Aufs Treppchen gesegelt

Die beiden Berlinerinnen leben in Kiel und haben es genossen, die Europameisterschaften vor der Haustür segeln zu können. Auch wenn sich ihr Heimrevier nicht immer von der bekannten und friedlichen Seite zeigte. „Der Wind ist so anders, so eigenartig“, erklärten sie nach den ersten Tagen. „Es ist eine komische Windrichtung und Wind und Wetter sind so instabil.“ Eigentlich segeln Victoria und Anika lieber bei leichten Winden, aber „wir freuen uns über jede Bedingung. Man kann sich eh auf Nichts einstellen und muss flexibel bleiben. Das, was man am Morgen erwartet, ist draußen eh anders.“ Und dann kam das Finale und die Ostsee zeigte sich von ihrer ungemütlichen, zornigen Seite. Starker Wind und hohe Wellen erwarteten die Seglerinnen. Zweimal wurde gestartet, zweimal kämpften sie sich um den Kurs. „Es war viel zu viel Wind. Leider sind wir jede Wettfahrt gekentert“, machte sich nach dem Tag, an dem das dritte Rennen aufgrund des immer stärker werdenden Windes abgesagt wurde, Frust breit. Im zweiten Rennen lagen sie an der zweiten Position, doch eine Kenterung ließ sie zurückfallen. „Wieso lässt man uns starten und nicht die Männer in den 49ern?“ Die Frage hing in der Luft, da die 49er nach den 49erFX gekommen wären und dann alle ihre Rennen abgesagt wurden. Doch auch, wenn der letzte Tag nicht so lief, wie erhofft, haben sie ihr Ziel erreicht. Sie wollten unter die Top 5 kommen und sind letztendlich aufs Treppchen gesegelt und haben sich die Bronzemedaille geholt.

Bildnachweis Titelfoto: Pedro Martinez/Sailing Energy

Foto: Pedro Martinez/Sailing Energy

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