Mit Raceboard in der Welle

von Friederike Hiller

„Die Bedingungen in den ersten Tagen waren super“, freute sich Meike Wallochny nach der Raceboard Weltmeisterschaft der Windsurfer bei der Warnemünder Woche. Während andere mit dem starken Shorebreak zu Beginn zu kämpfen hatten und an Land bleiben mussten, war Meike Wallochny in ihrem Element. „Ich fahre gerne bei viel Wind. Das macht mir am meisten Spaß, da man viel Geschwindigkeit aufnimmt. Am letzten Tag hatten wir kaum noch Wind, was ich persönlich schade gefunden habe.“

Start verpasst

Foto: DWSV/Deutsche Windsurfing Vereinigung

Doch sie war so konzentriert auf das Rennen, dass die Wettfahrtorganisation ein wenig verloren ging. „Am ersten Tag habe ich mich vor der ersten Wettfahrt vergessen mit meinem Armband an Land auszuchecken. Ich hatte kurz vorher noch dran gedacht, aber als es dann losging wurde alles etwas hektisch und ich habe es vergessen. Erst als ich am Startschiff war ist es mir aufgefallen. Da ich mit einer Punktestrafe gerechnet habe, bin ich zurück an Land gefahren. Dort habe ich mich eingecheckt, bin dann wieder direkt aufs Wasser und habe den Start verpasst.“ So musste sie das erste Rennen gleich als Streichergebnis verbuchen. „Die anfänglich sehr harten Wind- und Wellenbedingungen verlangtem jedem viel ab“, erklärte auch Jennifer Bender aus Eckernförde, die hinter Meike Wallochny (5. Platz) aus Nordrhein-Westfalen den sechsten Rang belegte.

Jennifer Bender surfte bei der Raceboard WM auf den sechsten Platz.

Foto: DWSV/Deutsche Windsurfing Vereinigung

Bis zu drei Metern Welle

„Mein Ziel war es unter die ersten Fünf zu kommen, das ist mir durch einen verlorenen Wettkampf-Tag nicht geglückt“, berichtete Jennifer Bender. Durch Materialbruch und einem Sturz in Welle und Strömung habe sie drei Rennen nicht starten können. „Es war anstrengend, weil die Wellen draußen recht unkonstant waren. Trotzdem waren es gute Rennen. Nachdem ich gestern große Probleme mit dem Shorebreak und der Strömung hatte, hat es mich heute allerdings etwas Überwindung gekostet, wieder aufs Wasser zu gehen“, resümierte sie nach dem zweiten Tag. Im Gesamtklassement fehlten ihr allerdings die Punkte aus den ersten Rennen. „Somit belege ich Gesamtplatz sechs, wobei mir ein weiteres Rennen gefehlt hätte um auf Platz vier oder fünf zu kommen.“ Die Kraft habe ausgereicht – auch bei den anspruchsvollen Bedingungen. „Viel Wind und Welle mit bis zu drei Metern verlangten einem alles ab.“ Ausbaufähig sei vor allem die Schnelligkeit in den Manövern, Wende und Halse.

Foto: DWSV/Deutsche Windsurfing Vereinigung

Je mehr Surfer, desto spannender

Mit nur 13 Surferinnen aus sieben Ländern war das Damen-Feld bei den Raceboard-Weltmeisterschaften nicht sehr stark besetzt. Allerdings nur auf die Quantität bezogen. „Die anderen Frauen waren sehr stark. Man merkt ganz klar, dass sie mehr Zeit auf dem Wasser verbringen“, so Meike Wallochny. Trotzdem bedauert sie ein wenig, dass nicht so viele Surferinnen am Start waren. „Je mehr Leute dabei sind, desto spannender gestalten sich die Läufe und auch die Ergebnisse sind weniger vorhersehbar.“ Trotzdem hat sowohl Meike Wallochny als auch Jennifer Bender die Atmosphäre bei der WM genossen. „Es war ein unglaubliches Event. Über 110 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen unter anderem sogar Australien, Argentinien, Korea und China. Die Atmosphäre war freundlich und familiär trotz Konkurrenzkampf auf dem Wasser“, berichtet die Eckernförderin. Die familiäre Atmosphäre habe auch dazu beigetragen, dass sie sich für das Raceboard entschieden habe, berichtet sie. Zudem gefalle ihr die Vielfältigkeit. „Nach dem Bic Techno und dem RS:X bin ich zurück aufs Raceboard auf dem ich meine ersten Surf-Anfänge vor 14 Jahren gemacht habe. Es ist ein Sport - eine Klasse - die sich neben dem Beruf zu jederzeit integrieren lässt.“

Die Finnin Aleksandra Blinnikka surfte zum Weltmeistertitel.

Foto: Pepe Hartmann

Ein hartes Stück Surf-Arbeit

Den Weltmeistertitel holte sich die Finnin Aleksandra Blinnikka. Die Surferin aus Helsinki genoss die herausfordernden Bedingungen zu Beginn und gewann sieben von elf Rennen. Bis die am letzten Tag abgeflauten Winde, sie noch einmal zittern ließen. „Am Ende war es doch noch ein hartes Rennen und der Weg zum Sieg nicht so einfach. Die anderen Frauen waren auch sehr stark. Es war harte Arbeit, aber jetzt bin ich super glücklich“, so Blinnikka. „Die Weltmeisterin Aleksandra kenne ich noch von der WM (2015) in Polen. Mit ihr und den anderen Frauen habe ich interessante Gespräche über die WM, das Windsurfen und Allgemeine Dinge geführt. Das macht die Veranstaltung neben den Wettfahrten so besonders. Man trifft neue Leute und knüpft sogar Freundschaften“, berichtete Meike Wallochny.

Foto: Pepe Hartmann

Team-Surfen

Während Jennifer Bender noch den Nationen Cup mitsurfte, war Meike Wallochny bereits abgereist. „Im Anschluss an die WM stehen für mich jetzt Vorbereitungen für die Uni an. In den kommenden Wochen erwarten mich noch einige Klausuren und Prüfungen“, erklärte diese. Im Nations Cup, der als inoffizielle Team-Weltmeisterschaft gesurft wurde, startete sie im Mixed-Team und wurde zweite.

37 Windsurfer gingen beim ersten Nations Cup an den Start. Neben der Mixed Kategorie gab es noch die Junioren, Master und Men. „Wir wollten den Fahrern zeigen, wie es ist, gemeinsam mit einem Team eine Regatta zu fahren. Die Resonanz bei den Teilnehmern war gut, und es waren sehr spannende Rennen“, berichtete Matthias Reimann, Sprecher der deutsche Fahrer. Nicht jede Nation konnte genügend Surfer stellen und so hab es auch gemischte Nationen-Teams wie Tschechien-Slowakei, Finnland-Australien und USA-Argentinien.

Bildnachweis Titelfoto: Pepe Hartmann

Foto: Pepe Hartmann

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