Pfützen-Skimmen und Wasserfilmrutschen

von Friederike Hiller

Hinterherlaufen, im Sand versinken, straucheln oder sich kräftig auf den Hintern setzen – die ersten Versuche sind ein grandioser Spaß, aber nicht wirklich zielführend. Dabei sieht Skimboarden doch ganz leicht auch, einfach über die Wasseroberfläche gleiten. In verregneten Zeiten, in denen überall große Pfützen den Weg säumen, braucht es nicht einmal das Meer, um auf einem Board über das Wasser zu flitzen.

Skimboarden in der Pfütze

Keine Welle gibt Schwung, kein Wind bläst Segel oder Drachen auf - die Kraft, die die Vorwärtsbewegung schafft, kommt aus den Beinen. Anlaufen, mit der richtigen Wurftechnik das Board platzieren, aufsteigen und dahingleiten. Ein bisschen Übung gehört dann aber doch dazu – egal ob in der Wasserlache, die durch den Regen entstanden ist oder im Uferbereich, in dem das Meer auf den Strand aufläuft.

Mit Touri-Board gestartet

„Als ich mit Skimboarden angefangen habe, musste ich auch von ganz unten starten. Ich habe ein billiges 40 Dollar Holzboard in einem Souveniershop gekauft, habe es mit der Oberseite nach unten direkt vor mit in den Sand geworfen und mich dann gewundert, warum es nicht klappt“, berichtet der Amerikaner Austin Keen von seinen Anfängen. Seitdem hat sich viel getan. 2013 wurde er Skimboarding-Weltmeister. Sein Wissen möchte er gerne teilen und hat daher ein YouTube Tutorial gedreht.

„Das Entscheidende ist, Deinen Schwung so sanft und reibungslos aufs Brett zu übertragen und damit den Widerstand so weit wie möglich zu reduzieren“, so Austin.

In den Sand gesetzt

Am Strand schallt das Lachen vom Wasser heran. Die ersten Versuche sind etwas holperig. Die häufigsten Fehler müssen einfach einmal gemacht werden. Plumps, den einen hebelt es aus und er sitzt mit dem Hintern im Sand. Der nächste, schmeißt das Brett direkt vor die Füße ohne dass es bereits Vortrieb hat und springt mit beiden Füßen gleichzeitig auf. Und dann passiert....nichts. Das Brett hat sich in den Sand eingegraben. An anderer Stelle wird das Board nach vorne geworfen, jetzt hat es schon mal Geschwindigkeit. In einer wilden Jagd hetzt der Skimboarder seinem Brett hinterher, erreicht es nach einem kleinen Sprint, setzt den vorderen Fuß zuerst auf dem Board auf, schießt es damit nach hinten....strauchelt und fängt sich an einigen wilden Bewegungen, in denen Arme und Beine herumwirbeln.

Im Rhytmus bleiben

Ein weiterer Fehler ist es, von der Seite aufzuspringen, erklärt Austin. Also noch mal von vorn und jetzt mit Technik und richtig. Mit der richtigen Handhaltung wird das Brett so auf den Wasserfilm geworfen, dass es bereits Vortrieb hat, der hintere Fuß nimmt zuerst Kontakt zum Board auf. Also beispielsweise bei den Goofy-Leuten, die mit dem rechten Fuß vorne auf dem Brett stehen, wird das Brett während des Laufens bei einem linken Schritt geworfen, dann noch einen Schritt mit dem rechten bis zum Board und dann setzt der linke als erstes auf, der rechte folgt und setzt sich vor den linken. Bei Regular-Surfern oder Skateboardern natürlich genau anders herum. Auch Austin hat das zunächst auf dem Teppich zu Hause geübt, bis es sich fest in seinem Bewegungsablauf verankert hatte.

Foto: AQUACHARA on Unsplash

Der Anfang ist geschafft, jetzt kann es losgehen mit Tricks. Und wer da auch mitreden möchte, der kann sich im Skimboard-Slang üben.

Bildnachweis Titelfoto: Amy the Nurse/flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0)

 

 

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