Seglerinnen zwischen Weihnachten, Training und Corona

von Friederike Hiller

3 Bootsklassen, 3 Orte, 3 Tage, 3,5 Fragen: Seglerinnen zwischen Weihnachten, Corona und Training. Coastwriter stellt an drei Tagen drei Teams anhand von 3,5 Fragen in dieser herausfordernden Zeit vor. Heute: 49erFX Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke.

Wo seid Ihr? Wie sieht Euer Training aus? Und Weihnachten?

Momentan sind sie in Vilamoura in Portugal. „Wir stecken mitten im Training und hatten vorher sechs Wochen Pause, in der Tina ihre Masterarbeit abgegeben hat und ich bei der Bundeswehr beim Lehrgang war und Ian – unser Trainer – eine Operation am Fuß hatte. Wir haben alle ein was gemacht, das abgehakt werden musste“, erzählt Susann Beucke. Jetzt haben sie sich seit knapp 2 Wochen wieder zum Training zusammengefunden. „Wir arbeiten hauptsächlich am Bootshandling. Weihnachten verbringen die beiden bei ihren Familien.“ Tina in Bayern, Susann in Kiel. Und am 4. Januar geht es dann ins nächste Trainingslager – „wenn alles glatt geht“.

Foto: Joao Costa Ferreira/Osga_Photo/ Vilamoura Sailing

Wie beeinflusst Corona Euren Trainingsalltag?

„Corona bestimmt sehr unseren Trainingsalltag, weil man immer flexibel bleiben muss. Nichts so richtig planen kann. Sich immer darauf einstellen muss, dass es dann doch noch umgelegt wird. Man lernt schon ein großes Maß an Flexibilität in dieser Situation. Aber ansonsten probieren wir weitestgehend, nicht darüber nachzudenken. Und wir haben super Glück, dass wir eine Ausnahmegenehmigung haben und im Süden trainieren dürfen, weil das natürlich unser Job ist und wir hier so einreisen dürfen.“

Wie richtet Ihr den Blick auf Tokio?

„Wir haben genug Vorbereitungszeit und wir haben einen Plan bis Tokio. Und der sieht vor, dass wir jetzt Bootshandling machen und dann, dass wir an Manövern feilen, am Speed arbeiten und wieder ins Racen kommen. Wir haben die Zuversicht, dass trotz Corona die Spiele stattfinden werden. Man versucht das ein bisschen auszublenden, da das eine Sache ist, die nicht unter unserer Kontrolle ist. Man muss aber natürlich Sachen bedenken, die man vorher nicht hatte.“ Beispielsweise der Container: „Material ist ja extrem wichtig und das wird im Februar nach Japan geschickt. Durch Corona ergeben sich Unsicherheiten in der Logistik und die Frage, wie der Bootspark da aufgebaut ist.“ Auch sei es schwierig von Erfahrungen anderer zu profitieren. „Weil diese ganz anders sein werden. Wir müssen einen flexiblen Kopf bewahren und die Situation dort so annehmen wie sie ist. Aber das ist ja erst in 7 Monaten. Bis dahin planen wir die Klassiker. Man bereitet sich darauf vor, aber immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie auch abgesagt werden können." Eine herausfordernde Situation, die auch Vorteile bietet. „Es ist ein gutes Learning, weil man beim Segeln auch flexibel sein muss. Da der Wind meistens macht, was er will. Alles vorauszuplanen und vorzustruckturieren funktioniert meistens nicht. Das ist das Learning aus der Situation. Bei der Olympiaquali hatten wir das ja auch schon und da sind wir gut damit umgegangen.“

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