Verschmutzter Dank

von Friederike Hiller

Wir sind der größte Feind der Ozeane. Aber was würden wir ohne sie tun?

Einsammeln, umwandeln, einwegfrei leben

Während sich in den frühen Morgenstunden die Profi-Surfer vor ihrem ersten Heat des Tages beim Tour-Stopp der World Surf League in Frankreich heißes Wasser über die Füße laufen lassen, damit sie so besser der Kälte des nassen Sandes begegnen können, ist das aber nur ein kleines (Temperatur-)Problem und wohlfühlen schnell wieder hergestellt. Anders in den Regionen, in denen zwar der Sand immer warm ist, aber dafür die Surfer über einen Plastikstrand waten müssen, bevor sie das Wasser erreichen. Das Video von Parley for the oceans, das von der World Surf League online zwischen den Heats gezeigt wird, macht darauf aufmerksam:

Foto: Corona & Parley for the Oceans

„Wenn die Ozeane sterben, sterben auch wir“

Das Meer schenkt uns Leben und Erinnerungen: Den Sand unter unseren Füßen, das Salz in unseren Haaren am Ende des Tages. Und wir sagen Danke, indem wir es mit Plastikmüll verschmutzen. Plastikbeutel, die wir nicht gebraucht hätten, Flaschen, die wir hätten wiederbefüllen können. Am Ende des Tages werden wir nicht mit unseren Füßen im Sand stehen können, der Brandung und dem Gesang der Wale lauschen, sondern wir werden zerstört haben, was uns leben lässt und uns so viel gibt. „Wenn die Ozeane sterben, werden wir sterben“, Paul Watson, Sea Shepherd.

Foto: Corona & Parley for the Oceans

100 Inseln plastikfrei

Auf Bali war im Frühsommer ein Surfevent komplett einwegfrei. Daher wurde es auch vom Sponsor umbenannt von Bali Pro in Bali Protected. Zusammen mit Parley will die Marke Corona sich mit Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen, Regierung, Industrie und Verpackungsindustrie zusammen setzen, um einen 5-Jahres-Plan zu erstellen, der in diesem Monat auf Bali veröffentlicht werden soll.

In einem weiteren Projekt haben sie es sich zum Ziel gesetzt, 100 Inseln bis 2020 plastikfrei zu bekommen. In sechs Regionen startete die Aktion: Dazu zählen Mexiko, die Malediven, Australien, Chile, Italien und die Dominikanische Republik.

Foto: Corona & Parley for the Oceans

Coca Cola ganz vorn beim Plastik

„Der Ozean gibt uns Leben. Wir geben ihm Plastik“, fasst Parley zusammen. „Um das zu ändern, müssen wir aufhören Plastik zu produzieren und Meeresplastikabfall wiederverwerten.“ Das dabei alle an einem Strang ziehen müssen, zeigt auch eine Studie, die von Greenpeace kürzlich veröffentlicht wurde.

Greenpeace hat die Unternehmen veröffentlicht, deren Verpackungen bei Beach Clean ups am häufigsten gefunden wurden. Dazu gehören Coca Cola, Pepsi, Nestlé, Danone, Mondelez, Procter&Gamble, Unilever, Perfetti van Melle, Mars Incorporated und Colgate-Palmolive. Solange sie weiterhin Plastikverpackungen produzieren, die Industrie keine Alternative anbieten kann und die Konsumenten sie kaufen, gelangt der Müll in die Meere.

Foto: Biel Calderon/Greenpeace

Raus aus dem Wasser, rein in Müllsack

Der Müll, der bereits am Strand und im Wasser ist, muss eingesammelt werden. Die zahlreichen Beach clean ups entfernen Tonnen an Müll. Seit einigen Tagen ist auch das System 001 vom Ocean Clean Up Projekt auf dem Weg zum Müllstrudel im Pazifik, um dort Plastik von der Meeresoberfläche zu fischen, bevor es zu Boden sinkt oder sich zersetzt und als Mikroplastik im Meer unsichtbar wird und umhertreibt. Etwa zwölf Tage soll es bei einer Geschwindigkeit von 2 bis 4 Knoten dauern, bis das Offshore-Müllsammelsystem beim Müllstrudel angekommen ist. Dann wird sich zeigen, wie gut das System funktioniert und den Witterungsbedingungen auf hoher See stand hält. Bisher hat es die Tests an der Nordseeküste vor Holland überstanden und am Rande des Pazifiks.

Bildnachweis Titelfoto: Corona & Parley for the Oceans

Foto: Daniel Müller/Greenpeace

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