Kolumne: Fußabdruck

von Friederike Hiller

Das Trainingslager im Süden, der Weltcup in Übersee und dazwischen kurz zu Hause erholen – im Leistungssport summieren sich die zurückgelegten Flugmeilen der Athleten. Auch, wenn der Sport noch so naturnah und von Muskel- oder Windkraft angetrieben ist, der ökologische Fußabdruck wird mit jeder Saison größer.

 

Wenn große Wellen, konstante Windbedingungen oder der Regatta- oder Eventkalender auf die andere Seite des Erdballs locken, belastet der Natursport indirekt die Umwelt. Während die einen nach ihrer aktiven Karriere sich im Bereich erneuerbare Energien engagieren, wie Alexander Hagen, zahlen andere eine freiwillige Emissionsabgabe um den ökologischen Fußabdruck zu reparieren oder pflanzen beispielsweise Bäume.

Zwischen Naturliebe und Reiselust

Zum Kitesurf World Cup nach Mauritius, dann weiter nach Marokko. Zwischenlandung in Amsterdam. Die Flugverbindung ist günstiger, die Meilen mehren sich. „Mein ökologischer Fußabdruck wird immer größer. Wirklich klimaschonend ist das nicht“, erklärt daher Susanne Schwarztrauber in einem Interview gegenüber der „Süddeutschen“. Sie berichtet von dem Zwiespalt zwischen Naturorientierung und Flugreisen zu Spots und anderen Kulturen – die sie auch schätzt. So erweitere sich auf der anderen Seite auch der Horizont, verbinde die Menschen und lasse sie so „die Welt mit anderen Augen sehen“. „Je mehr ich reise, desto mehr lerne ich, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein. Ich bin seit Monaten unterwegs, habe eine Boardbag und fünf T-Shirts dabei und bin der glücklichste Mensch der Welt.“

Nachhaltiger gestalten

Auch der Wassersportler, der nicht zu Events reist, aber Wind und Welle hinterher, macht sich neben der Wahl von Neoprenanzug und Board (welche Materialien werden verwendet, wie sind die Produktionsbedingungen) Gedanken über die Co2-Emissionen. Das Thema haben daher auch die WaveSisters um Birgit Koch aufgegriffen. Um in ihre Surfcamps zu kommen, müssen die Teilnehmerinnen fliegen – denn diese sind auf Lanzarote und an der portugiesischen Küste beheimatet. Surfreisen nachhaltig zu gestalten und somit der Natur, die dem Surfer in seinem Element so nahe kommt und mit der er agiert, etwas zurückzugeben. „Wir hatten eine CO2-Kompensation schon mal angeboten, zu Beginn von WaveSisters, vor etwa zwölf Jahren“, berichtet WaveSisters im Blog. Aus mangelnder Nachfrage wurde das Thema aber zunächst nicht weiter fortgeführt. Mittlerweile – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Greta Thunberg nach New York segelte und auf den bequemen Flug verzichtet – ist das Thema wieder präsent. „Und so versuchen wir es heute noch mal und hoffen auf eure Teilnahme“, rufen Wavesisters auf. Und so geht es: „Wir bieten euch an, die Hälfte euer CO2-Kompensation zu übernehmen, also etwa für den Hinflug. Ihr müsst uns dafür nur euren Beleg der CO2-Kompensation schicken.“

Eigenen Fußabdruck ansehen

Hinterlassen wir einen Fußabdruck im Sand, verschwindet er mit der Zeit. Hinterlassen wir einen Fußabdruck auf etwas, das wir selbst technisch und/oder chemisch hergestellt haben, wie beispielsweise beim Gips, verschwindet er nicht so schnell. So einfach das Beispiel so komplex unser Fußabdruck. Mit unserem ökologischen Fußabdruck zeigen wir nicht nur, wie viel wir beispielsweise an Schadstoffen auf der Erde hinterlassen, sondern auch wie viele Ressourcen wir verbrauchen. Wie groß sind also unsere Füße und wie viele Planeten wären nötig, um alle unsere Fußabdrücke zu tragen. Jeder kann sich seinen Fußabdruck sichtbar machen, beispielsweise mit dem Rechner vom WWF.

 Bildnachweis Titelfoto: Rachel Woock / Unsplash

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