Klimaschutz mit dem SUP

von Friederike Hiller

Atemberaubende Landschaften anstatt Ökolatschen: Michael Walther steigt wieder für 300 Kilometer auf sein SUP-Board. Er will Grönlands Küste entlang paddeln. Dort, wo der Klimawandel unübersehbar seine Spuren hinterlässt. Ziel der Tour ist aber nicht die sportliche Herausforderung. Ein Film, den er zusammen mit seinem ZeroEmission-Team über die Tour drehen wird, lässt die beeindruckende Natur für sich sprechen und soll so für Klima- und Meeresschutz sensibilisieren.

Foto: Tom Körber

Eigene Motivation entscheidend

Rennst du der Plastiktüte nur halbherzig hinterher, wenn sie droht aufs Meer geweht zu werden oder ist es dir wirklich wichtig das zu verhindern? Die eigene Motivation ist ausschlaggebend, dann lässt sich auch mit kleinen Aktionen bereits zum Meeresschutz beitragen. Dass das auf coole Art möglich ist und Umweltschutz nichts mit erhobenem Zeigefinger und Ökolatschen zu tun haben muss, wollen Michael Walther und sein Team mit ihrem Film zeigen. „Klima- und Umweltschutz muss aus eigener Motivation entstehen", so der Wassersportler.

Bilder und Emotionen

Im Mai soll es losgehen. Das Ziel: die Eisgrenze – das Unesco-Weltnaturerbe Ilulissat Eisfjord mit dem Sermeq Kujalleq Gletscher - und die Diskobucht, in der sich große Wale tummeln. Dort, wo das Eis sich immer weiter zurückzieht, sind die Folgen des Klimawandelns zu spüren. Zudem ist auch in den Gewässern rund um Grönland Plastikmüll in den Fluten. Zwei Faktoren, die den Wassersportler dazu veranlasst haben, dieses Reisziel zu wählen. „Ein Kontrast zwischen menschlichen Einflüssen, fantastischer Natur und beeindruckender Tierwelt.“ Ihm ist es wichtig, nicht anhand einer gruseligen Stimmung mit Tieren, die an Plastikmüll verenden, sondern auf einfühlsame Art Verantwortungsbewusstsein zu erzeugen.

Die Sonne geht über den Feldern Ditmarschens auf. Es ist Kanal-Kilometer 10 auf der Nord-Ostsee-Kanal-Tour, Michael Walthers zuletzt gepaddelten Aktion. "Zwar bin ich bereits vor 2 Jahren binnen 24 Stunden von Kiel nach Flensburg mit meinem SUP gepaddelt und habe auch bereits die Ostsee von Kiel nach Äero in 9 Stunden überquert, dennoch stoße ich nun in den folgenden Stunden mehr und mehr an meine Grenze. So muss ich mich teilweise für jede 500 m motivieren. Es hilft dabei sehr, dass ich weiß, wofür ich diese Strapazen auf mich nehme. Mit jedem Kilometer der hinter mir liegt, unterstützen mich engagierte Unternehmen mit einer Spende an die Paulchen Esperanza Stiftung." In diesem Fall für für ein Waisenhaus in Tansania. 

Foto: Tom Körber

Filmpremiere

Der Film wird seine Premiere auf der Kieler Woche 2018 haben. Danach tourt Michael Walther mit dem Film durch norddeutsche Schulen und steht den Schülern Rede und Antwort. Schließlich wird der Film dann auf der boot Düsseldorf Messe 2019 mit weiteren Hintergrundinfos aufbereitet präsentiert.

Nebel und Nieselregen erwarteten Michael Walther am zweiten Tag auf seiner Nord-Ostsee-Kanal-Tour. "Es ist einfach eine reine Kopfsache, der Körper macht viel mit!" Und dann ist das Ziel in Sicht: Kiel. "Ich freue mich einfach nur noch, mein gestecktes Ziel erreicht zu haben. Zumal ich so etwa 1000 Euro für die Stiftung erpaddeln konnte."

Foto: Tom Körber

Schützen, was man liebt

„Wir wollen auf entspannte Art und Weise und als Wassersportler den Schülern das Thema nahebringen.“ Im Anschluss an den Film geht es um ganz konkrete Tipps. Was kann jeder praktisch umsetzen, um zum Meeres- und Umweltschutz beizutragen? Die allgemeine Problemdarstellung reiche auf Dauer nicht aus, so der leidenschaftliche SUPer. Wenn er, wie heute morgen, seine SUP-Runde dreht und Plastikmüll im Meer entdeckt, sammelt er diesen ein. Ebenso kann er aus seinen Erfahrungen als Segler berichten. „Auch als Segler gibt es Möglichkeiten Umweltschutz umzusetzen. Beispielsweise wenn man die Tauwerksreste, wenn man am Boot bastelt, nicht einfach fallen lässt. Das ist auch nichts anderes als Plastikmüll.“ Oder die Verpackung des Müsliriegels. Entweder kann diese relativ gedankenlos in die Tasche gesteckt werden – auch wenn dann die Gefahr besteht, dass sie doch hinausfliegt und über Bord geht oder aber sie bewusst, tief in die Tasche zu stopfen, damit eben dies nicht passiert.

Foto: Tom Körber

Paddeln für den guten Zweck

SUP-Aktionen gehören für den Segler einfach zu seinem persönlichen Engagement. Vor drei Jahren paddelte er von Kiel aus rund um die dänische Insel Ærø, vor nicht mal einem Monat den Nord-Ostsee-Kanal von Brunsbüttel nach Kiel. Auch die beiden Touren waren für einen guten Zweck, er sammelte Spenden für die Paulchen Esperanza Stiftung.

Angefangen hat sein SUPen als Ausgleich zum vielen Sitzen im Auto, das die beruflichen Fahrten erforderten. Zudem nahm die Zeit, die er mit Segeln verbringt, ab. Um dem daraus resultierenden Muskulaturabbau entgegenzuwirken, entschied er sich für das Ganzkörpertraining, das ihm das Stand-Up-Paddle-Board bietet. Er liebt die Einfachheit. Kein großes Getüdel, einfach raufstellen und lospaddeln. Und wenn er erst einmal unterwegs ist, kann er spontan entscheiden, wonach ihm ist: sich verausgaben oder nur dahinplätschern und die Atmosphäre genießen.

Foto: Tom Körber

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