„Fast schon heimisches Vilamoura“

von Friederike Hiller

Vilamoura oder Miami – Hauptsache segeln: Während die einen zum Weltcup über den Atlantik flogen, trainierten die anderen in Portugal. Warum Laser Radial Seglerin Svenja Weger und das 49er-FX-Team Tina Lutz und Susann Beucke in Europa geblieben sind, erzählen sie im Interview.

„Traumhafte Bedingungen“

Svenja Weger hatte sich erfolgreich bei der Bundeswehr für eine Sportförderstelle beworben. Anfang Januar fing ihre einmonatige Grundausbildung an. Zunächst musste also der Tarnanzug gegen das Boot getauscht werden und ein Start in Miami war nicht möglich. Dafür ging es gleich im Anschluss wieder an die Algarve. „Die Bedingungen sind traumhaft“, freut sich die Laser Radial Seglerin. Noch bis Mittwoch ist sie dort.

Foto: Svenja Weger

Neue Erfahrungen

Svenja, wie war die Grundausbildung für Dich?
Die Grundausbildung war für mich eine ganz neue Erfahrung. Ein Einblick in die militärische Welt. Man ist mit Dingen in Berührung gekommen, über die man vorher noch nie nachgedacht hat. Die Schießausbildung gehörte genauso dazu, wie eine 4-tägige sehr intensive Sanitätsausbildung. Zusätzlich war es sehr interessant mit den anderen Sportlern aus anderen Sportarten, die mit in der Grundausbildung waren, Erfahrungen auszutauschen. Dabei gab es auch viele spaßige Momente.

Worauf freust Du Dich beim Segeln jetzt am meisten?
Jetzt ist es einfach schön wieder auf dem Boot zu sein. Das Training hier läuft gut und ich freue mich enorm darauf, dann bei meinem Saisonauftakt, der Princess Sofia Trophy vor Mallorca, den ersten Vergleich mit der Weltspitze zu haben.

Foto: Svenja Weger

Zeit effektiv genutzt

Findest Du es schade, in Miami nicht mit dabei gewesen sein zu können?
Miami verpasst zu haben, finde ich schade. Es ist immer eine tolle, aufregende Veranstaltung. Andererseits - denke ich - haben wir die Zeit hier effektiv zum Kraft- und Athletik- und jetzt eben auch zum Wassertraining nutzen können. Es sollte mir also kein Nachteil entstanden sein.

Was steht als nächstes bei Dir an?
Morgen geht es dann erstmal für eine Woche nachhause, ich schreibe noch eine Klausur und dann geht es wieder nach Vilamoura für zehn Tage. Anschließend bringen wir dann mit der Fähre die Boote nach Palma. Hier findet Anfang März das DSV Trainingscamp zusammen mit allen anderen Olympischen Bootsklassen statt. Und dann geht es schon in die unmittelbare Vorbereitung auf die Princess Sofia Trophy.
Der Saisonhöhepunkt ist sicherlich die WM in Sakaiminato/Japan im Sommer. Aber auch bei der EM Anfang Mai in Porto möchte ich bereits ein Wörtchen mitreden. Nicht zu vergessen das deutsche Highlight- die Kieler Woche!

 

Foto: Lutz/Beucke

Fernab der Bazillenschleuder

Tina und Susann, was war für Euch der Grund in Portugal zu bleiben?
Einerseits ist es teuer für eine Regatta über den Teich zu fliegen und das Boot zu schiffen. Zudem ist das Zweitboot für insgesamt vier Monate unterwegs – man kann es also nicht nutzen. Und zuletzt sind Langstreckenflüge in der Winterzeit wahre Bazillenschleudern. Das Risiko mit einer Erkältung davon zu kommen ist groß.

Was sprach noch für Portugal?
Die Teilnahme in Miami hätte für uns nur Sinn gemacht, wenn unser Winterplan keine Regatten – also keine internationalen Vergleiche – vorgesehen hätte. Da wir aber im Dezember unsere letzte Trainingsregatta hatten und wir uns auch im Februar wieder messen werden, sind wir lieber in unserem schon fast heimischen Vilamoura geblieben.

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