Stürmische Medaillenkämpfe

von Friederike Hiller

Erfolg und Pech liegen manchmal ganz nah beieinander: So auch für Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer. Einen Materialschaden wie bei der Nacra17-Crew konnten Tina Lutz und Susann Beucke im 49erFX umgehen.

 

Zu viel Wind und Welle

Von fünf zu 25 Knoten und in Böen 30 Knoten Wind: Der Auftakt zur europäischen Segelsaison konfrontierte die Segler mit einer großen Bandbreite an Bedingungen.

15 Rennen steckten bereits in den Bootsrümpfen, sie hatten sich für die Medal Races am Abschlusstag der Trofeo Princesa Sofía Iberostar in der Bucht von Palma (Mallorca) gerüstet, doch dann türmte der Wind die Mittelmeerwellen auf und weder die Seglerinnen in den Skiffs der 49erFX noch die Mixed Teams der Nacra17 konnten die Medaillenrennen segeln.

Foto: SAILING ENERGY/50th Trofeo Princesa Sofia Iberostar

Risiko Mastbruch

„Es war nicht so schade, dass das Medal Race abgesagt worden ist. Wir mögen eigentlich immer gerne Medal Races und auch wenn viel Wind ist, aber heute war wirklich sehr viel Wind und sehr viel Welle und wir hätten auch durch ein gutes Ergebnis im Medal Race nicht viel aufholen können“, erklärte Vorschoterin Susann Beucke am Sonnabend. „Eigentlich wäre das einzige Risiko gewesen, dass wir uns den guten Mast brechen, den wir auch bei der Olympiaqualifikation fahren wollen. Daher sind wir ganz froh, dass es nicht rausgegangen ist. Der Wind war so, dass man fünfzig zu fünfzig davon ausgehen kann, dass etwas bricht. “ Insgesamt ist das Team Tina Lutz und Susann Beucke nicht nur mit dem Material, das sie vor Palma gefahren haben, zufrieden, sondern auch mit dem Endresultat: der siebte Platz.

Foto: Pedro Martinez/SAILING ENERGY/50th Trofeo Princesa Sofia Iberostar

Schwieriges Wagnis

„Die Woche verlief richtig gut. Wir sind sensationell gut gestartet mit ganz konstanten Ergebnissen“, berichtet Susann. Als sie nach drei Regattatagen auf dem vierten Platz lagen, wollten sie ein bisschen mehr wagen. „Das hat nicht so geklappt“, erklärt die Vorschoterin. „Wir haben am letzten Tag zwei Patzer reingehauen, die uns auch echt geärgert haben, wir waren in keiner guten Stimmung. Ich würde es aufs Mentale schieben.“

Foto: SAILING ENERGY/50th Trofeo Princesa Sofia Iberostar

Kurze Verschnaufpause

Vor Palma ging es für die Nationalsegler auch um die Fahrkarte zur vorolympischen Regatta im Sommer in Japan. Palma war der erste Teil der Ausscheidung, der zweite für die 49erFX-Seglerinnen ist der Weltcup in Genua. „In fünf Tagen geht es dort weiter“, berichtet Tina Lutz und Susann Beucke. Auch Victoria Jurczok und Anika Lorenz, die in Palma auf dem 9. Platz gesegelt sind, sind mit am Start. Für alle anderen Olympiaklassen wir die jeweilige Europameisterschaft der zweite Teil der Ausscheidung sein. So auch für die Nacra-17-Crews Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer und Johannes Polgar/Carolina Werner.

Foto: SAILING ENERGY/50th Trofeo Princesa Sofia Iberostar

Tüte, Trapez, Crash

Einen starken Auftakt zeigten Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer. Doch sie mussten auch mit einer Pechsträhne kämpfen. Obwohl zwei Tagessiege und drei dritte Ränge auf ihrer Ergebnisliste standen, machten ihnen eine Tüte am Ruder, ein gerissener Trapezhaken und ein Crash das Seglerleben schwer. So verpassten sie das zuletzt noch abgesagte Medaillenrennen knapp als 11. „Es war ein bisschen viel Pech im Spiel, doch das kann im Segelsport eben auch passieren und deswegen wollen wir darüber nicht lange lamentieren“, erklärte Steuermann Paul Kohlhoff.

„Wir hatten zwei gute Rennen als dritter und neunter beendet als wir mit den Italienern Ruggi Tita und Cate Banti zusammengestoßen sind. Wir haben es aber trotzdem über die Ziellinie geschaffte“, berichteten die beiden nach dem unverschuldeten Crash zurück an Land. „Jetzt werden wir alle Rennen auswerten und haben ein paar Tage Zeit uns zu erholen und für Genua vorzubereiten.“

Bildnachweis Titelfoto: Pedro Martinez/SAILING ENERGY/50th Trofeo Princesa Sofia Iberostar

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