Kolumne: Verdreckter verlängerter Sommer

von Friederike Hiller

Langsam kehren sie zurück, die Wintersonnensucher. Sie müssen sich zwar nun an frostige Temperaturen gewöhnen – doch können auch aufatmen. Sie sind zurück von der schwierigen Suche nach plastikfreien Urlaubsorten. Im Gegensatz zu beispielsweise vielen Überwinterungszielen in Asien ist das Wasser hier relativ sauber, ebenso der Strand.

Auf Augenhöhe mit Plastiktüte und Co

Die Gesichter sind gebräunt, die Kiste voller Eindrücke gut gefüllt. Während die Daheimgebliebenen von Winterstürmen und Wellen der sturmgepeitschten Ostsee oder von Schneemassen in den Bergen berichten, schweifen die Gedanken der Heimgekehrten an warme Orte ab. Zu Badewannentemperaturen des Meerwassers, zu ungewohnten, aber schmackhaftem Essen, zu Erlebnissen und Entdeckungen und zu der braunen Brühe, die anstatt eines türkisfarbenen Wassers zu finden war oder an Berge von Müll, die nicht nur achtlos irgendwo hin geworfen wurden, sondern auch bei der falschen Windrichtung plötzlich in der Bucht umher trieben. Das Schwimmen ist dann auf Augenhöhe mit Plastikflasche und Wegwerftüte.

Welche Teilchen schweben durchs Wasser?

Foto: Tim Marshall / Unsplash

Was schwimmt denn da?

Wer schnorcheln oder tauchen geht und sich in trübem Wasser wiederfindet, dem kommt der Gedanke, in was er da eigentlich unterwegs ist. Sind die Teilchen, die Unterwasser treiben wirklich Plankton oder aufgewühlte Sedimente oder sind es mikroplastische Teilchen?

Träume von glasklarem Wasser - wo gibt es das noch?

Foto: Pahala Basuki / Unsplash

Wo geht die Reise hin?

Und dann kommt die Frage, ob dieses Winterziel auch in Zukunft weiter bereist werden will. Es ist ein Hin- und Hergerissensein zwischen den schönen Erinnerungen und den massiven Müllproblemen. Wie werden die Länder am besten unterstützt, um sich der Problematik bewusst zu werden und etwas zu ändern. Was kann da jeder Einzelne tun und welche Auswirkungen hat das auf die Reisezielentscheidung. Bei dem einen überwiegen die schönen Erlebnisse und die Verschmutzung tritt in den Hintergrund. Bei dem nächsten wird der Urlaub mit Aufräumaktionen angereichert und Müll von Stränden und aus dem Wasser gesammelt. Der andere nutzt die Gelegenheit, um ein Zeichen zu setzen und die Region ganz zu meiden. Wie würdet Ihr entscheiden?

Bildnachweis Titelfoto: Dustan Woodhouse / Unsplash

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