Kein generelles Verbot

von Friederike Hiller

Nationalitäten-Wellen-Mix: In Frankreich, aber ohne Franzosen. Sie ermittelt nicht ihre Meister der Welle – es sind die deutschen Surfer, die an der Atlantikküste, ihre Deutschen Meisterschaften austragen. Wer keine eigenen geeigneten Wellen hat, muss ins Nachbarland ausweichen. Seit Jahren geht es deshalb für die deutschen Wellenreiter nach Frankreich.

„Wo heute gekitet wird, wird auch in Zukunft gekitet“, sagte Habeck im Anschluss an das Treffen. Er betonte allerdings auch, dass die Vögel im Nationalpark geschützt werden müssen. „Ich, für meinen Teil, kann sagen, dass dieses Gespräch geholfen hat.“ Eine Einigung gab es nicht. Weitere Gespräche sollen folgen.

Biologin und Profikiterin Christine Bönniger habe sich bereits in die bestehenden Gutachten eingearbeitet und habe herausgearbeitet, dass die Kitesurfer keine nachhaltige Scheuchwirkung auf die Vögel haben, so Motzek. „Wir haben versucht einen Konsens zu finden und einen Gegenvorschlag gemacht“, berichtet der Pressesprecher. Dieser sieht vor, dass die Kitesurfer mit allen anderen emissionsfreien Wassersportarten gleichgestellt werden. Des Weiteren plädieren die Wassersportler dafür, dass es keine Kiteverbotszonen, sondern Vogelschutzzonen gibt. Diese wären dann für alle Wassersportarten tabu. „So ist die Regelung auch in Dänemark“, macht Motzek auf die Bestimmungen im Kitesurfer-freundlichen Nachbarland aufmerksam.

Wie sich sowohl Naturschutz als auch Kitesurfen verwaltungsrechtlich abseits eines grundsätzlichen Verbots mit Ausnahmen sicherstellen lasse, werde nun geprüft, heißt es in einer Pressemeldung der dpa. Jörgen Vogt von der Gobal Kitesports Association sprach für die Kite-Szene, als er klarstellte, dass diese über die Annäherung froh sei und auf weitere Gespräche hoffe.

Bereits am Montag hatte sich Robert Habeck mit regionalen Vertretern von Surfsschulen, Naturschutz, Nordsee-Gemeinden und Tourismus an der Westküste zum Gespräch getroffen. „Das Treffen war konstruktiv und hat gezeigt, dass die Region gemeinsame Ziele verfolgt. Kiten soll als naturnaher Sport weiterhin in großem Umfang erlaubt sein, sensible Naturflächen sollen aber Ruhezonen sein können. Niemand will Kiten verbieten, und niemand will der Natur schaden“, hatte der Umweltminister im Anschluss erklärt. Die Kiteverbände waren zu dem Treffen nicht anwesend.

Reaktionen von CDU und FDP

Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Oliver Kumbartzky erklärte in einer Pressemitteilung:
„Weder die heutige Pressekonferenz noch die Auskunft im Umwelt- und Agrarausschuss von Minister Dr. Habeck haben die Diskussion vorangebracht. Die Landesregierung bleibt es weiterhin schuldig, neue Erkenntnisse zur Störwirkung von Kitesurfern vorzulegen. Darüber hinaus ist nicht zu erkennen, inwieweit Kitesurfer bei der geplanten Verordnung ähnlichen emissionsfreien Wassersportarten, wie Seglern oder Windsurfern, gleichgestellt werden sollen. Wir fordern daher den Minister auf, klar Stellung zur geplanten Verordnung zu beziehen und die grundsätzliche Notwendigkeit für den Tier- und Pflanzenschutz darzulegen.“
Der umweltpolitische Sprecher der CDU Fraktion, Heiner Rickers: „Schutzzonen sind notwendig. Das vom Minister geplante generelle Verbot – von dem dann im Einzelfall Ausnahmen zugelassen werden - wäre jedoch völlig unverhältnismäßig. Wir wollen Kitesurf-Verbote nur dort aussprechen, wo sie aus Naturschutzgründen erforderlich sind.“
 
 
Bildnachweis: Martin Motzek

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