Den Jungs davongesegelt

von Friederike Hiller

Ihr Sieg bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Laser Radial bei der Travemünder Woche ist für Hannah Anderssohn lediglich ein Warm Up. Noch am Abend ihres Titelgewinns flog die 16-Jährige gebürtige Warnemünderin nach Tallinn in Estland. Dort will sie bei den Europameisterschaften angreifen. Ihr Ziel: Gewinnen.

Eine perfekte Regatta

„Alles lief perfekt“, blickt Hannah Anderssohn, die seit einem Jahr im Segelinternat in Schilksee lebt, kurz vor der Siegerehrung auf die vergangenen Wettfahrten zurück. Drei davon standen am letzten Tag noch auf dem Programm. Nach zwei Siegen wusste sie, dass es für den Titelgewinn reicht. „Ich habe mich nur noch gefreut und die Konzentration war dann nicht mehr so hoch.“ Die fehlende Konzentration brachte ihr daher in der letzten Wettfahrt einen elften Platz ein, der im Hinblick auf das Gesamtergebnis zu verschmerzen ist. Die Bedingungen forderten die Segler noch einmal heraus. „Der Wind war sehr drehig und schwierig“, berichtet Hannah Anderssohn.

Erster Start nach Verletzungspause

Obwohl der Start in die Travemünder Woche für Hannah Anderssohn etwas holprig war, zeigte sie bereits am ersten Wochenende , dass sie zu Recht als Favoritin gehandelt wurde. Fünf Wochen zuvor hatte sich die Seglerin einen Finger gebrochen. Die Deutsche Jugendmeisterschaft war ihr Einstieg nach der Verletzungspause. Gleich im ersten Rennen musste sie am Start eine Strafrunde drehen und ging erst eine Minute nach allen anderen auf die Bahn. „Da musste ich voll viel aufholen“, sagt sie. Am Ende überquerte sie als Vierte die Ziellinie.

Vorne weg und niemanden herankommen lassen.

Männliche Konkurrenz hatte keine Chance

Auch wenn die Deutschen Jugendmeisterschaften für Hannah Anderssohn „nicht super wichtig“ sind, wie sie sagt, so gab es doch etwas Besonderes. Das Feld war gemischt und sie verwies nicht nur ihre weibliche Konkurrenz sondern auch alle Jungs auf die hinteren Plätze. „Ich finde es persönlich ganz schön, es den Jungs zu zeigen“, sagt sie lachend. Vor allem, da diese körperlich stärker sind und so eigentlich im Vorteil sein müssten. Doch insbesondere die Bootsklasse Laser mache aus, dass alle mit dem gleichen Material ausgestattet sind und somit die gleichen Voraussetzungen haben. „Es gewinnt, wer der bessere Segler ist und die richtige Taktik hat“, so Hannah Anderssohn. Vor acht Jahren begann ihre Segelkarriere im Opti. „Da war ich nicht so der Überflieger.“ Doch mit dem Laser Radial entdeckt sie dann „ihre“ Bootsklasse. Ihre Stärken sieht die 16-Jährige insbesondere auf dem Vorwindkurs und am Start. „Vorne weg und niemanden herankommen lassen“, ist ihr Motto.

Die EM in Tallinn sieht Hannah Anderssohn optimistisch entgegen. „Das habe ich letztes Jahr auch geschafft.“ Ein Sieg würde sie dem Ziel, im Dezember bei der ISAF WM zu starten, näher bringen. Die Deutsche Jugendmeisterschaft war die erste Qualifikatios-Hürde, die sie ohne Probleme genommen hat, die zweite ist die EM.

Bildnachweis:
Segelfoto: segel-bilder.de
Portrait: Hiller

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