Englisches Rennen auf Französich

von Friederike Hiller

30.000 Meilen ist er alleine gesegelt, bevor er als Erster am Dienstagvormittag die Ziellinie vor der französischen Atlantikküste bei Les Sables-d’Olonne überquerte. Dort startete der Weltumsegler Jean-Luc van den Heede am 1. Juli 2018 zum Golden Globe Race. Ohne technischen Schnickschnack...und so fehlte auch nach dem Zieleinlauf die Übersetzung für alle nicht französisch sprechenden Fans und Segler.

 

Retro-Rennen

Ein umjubelter Zieleinlauf, Champagner-Fontäne an Bord und viele Fragen an den Gewinner des Golden Globe Race 2018: Jean-Luc van den Heede. Zum 50. Jubiläum des Golden Globe Race, das die Sunday Times ins Leben gerufen  und Robin Knox-Johnston als erster Einhandsegler nonstop um die Welt gewonnen hatte, starteten 18 Yachten am 1. Juli aus dem französischen Les Sables-d’Olonne. Der Initiator Don McIntyre hatte erklärt, dass aufgrund des Brexits ein Start von der Englischen Küste nicht möglich sei. Satellitennavigation ist nicht erlaubt, die technischen Voraussetzungen sollten an denen von vor 50 Jahren angelehnt sein.

Für einen ist das Retro-Rennen nun beendet. Bei zehn bis 15 Knoten Wind rollt er unter blauem Spinnaker in Richtung des Hafens. Gegen Mittag sitzt er trocken an Land, während in der Biskaya noch stürmische Winde und Regen vorherrschen. An den Bildschirmen verfolgen viele Zuschauer von überall auf der Welt die erste Pressekonferenz nach der Ankunft des französischen Seglers. Sie sind gespannt, wollen wissen, wie es war, was er erlebt hat und wie er sich nun fühlt. Doch einige haben dabei ein Fragezeichen im Gesicht.

Foto: Christophe Favreau/Golden Globe Race 2018

Hilfe im Sozialen Netz

Denn obwohl laut Veranstalter Englisch als offizielle Rennsprache weiterhin bestand und eher eine Übersetzung ins Französische benötigt werden müsse, kam es an Land nun anders. Beinahe die komplette Pressekonferenz wurde auf Französisch abgehalten, eine englische Übersetzung gab es nicht. Auf Facebook, wo die Pressekonferenz live übertragen wurde, wurden Stimmen laut, die sich fragten, was das solle, aber es gab auch die Bitte, ob jemand übersetzen könne. Und es gibt sie, die sehr hilfreichen französisch sprechenden Mithörer. So übersetzte ein User für die englischsprachigen Fans und erntete viel Dankbarkeit. Bis dann Jean-Luc van den Heede die Pressekonferenz beendete und sagte, dass es nun Zeit sei, für ein Bier und ein Steak und ein Bad.

Er hat es sich sicherlich nach über 200 Tagen alleine auf dem Meer, nur mit seiner Matmut und den noch einmal stürmischen letzten Meilen auch verdient. 45 Knoten Wind, 7 Meter hohe Wellen mussten noch einmal durchlebt und durchsegelt werden, bevor der 73-jährige Franzose die Ziellinie überqueren konnte. Der an zweiter Position liegende Mark Slats aus den Niederlanden wird für Donnerstag erwartet.

Bildnachweis Titelfoto: Christophe Favreau/Golden Globe Race 2018

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