Kleine und große Schwestern

von Friederike Hiller (Kommentare: 1)

Konzentration bündeln, Kräfte zusammenhalten und immer wieder aufs Neue motivieren. Ein Regattatag kann lang werden – doch der Spaß an Bord der „Akka“ hält.

Auf dem Weg zum eingespielten Team

„Was für ein wunderbares Mittelmeerwetter“, strahlt Skipperin Anke Scheuermann. „Man muss allerdings aufpassen, das geht ganz schön auf die Birne.“ Damit in der Mittagssonne keine Siesta-Stimmung aufkommt, motiviert sich die Mädels-Crew auch in den Pausen zwischen den Wettfahrten. Und lernt sich so noch besser kennen.

„Vier Positionen sind neu besetzt“, erklärt die Skipperin. „Es hat viele Wechsel an Bord gegeben.“ Insgesamt zehn Frauen segeln auf der Finnflyer36, die von Hotquito gesponsert wird. Eine davon zum ersten Mal auf einer Regatta. „Sie hat einen super Job gemacht. Insgesamt sind wir aber noch nicht so flexibel in Taktik und Manövern, wie mit einem voll eingespielten Team“. Am Ende reichte es beim Kiel-Cup Alpha für den siebten Platz. „Wir sehen die Regatta als Vorbereitung für die Deutschen Meisterschaften in Warnemünde und die Europameisterschaften in Danzig“, so Anke Scheuermann.

Foto: Landeshauptstadt Kiel / Bodo Quante 

Tipps von der großen Schwester

Neben den beiden Events hat die Steuerfrau als Ziel für diese Saison ausgegeben, Kontinuität in die Crew zu bringen. „Es ist schön zu sehen, wie die Mädels sich entwickeln.“ Was in der einen Wettfahrt noch ein bisschen holperig lief, wird in der nächsten bereits besser umgesetzt. „Und wir haben eine sehr gute Taktikerin an Bord. Sie ist immer super vorbereitet und hat ein sehr gutes Gespür.“ So konnte die „Akka“ häufig die richtige Seite wählen und das vorletzte Rennen als Sieger beenden.

Am zweiten Regattatag standen vier Wettfahrten auf dem Programm. Ein anstrengender Tag auf dem Wasser, den Anke Scheuermann am Ende mit „zwei fantastische Wettfahrten, eine okay und eine ganz daneben“ bilanziert. „Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen“, spricht die Steuerfrau den verpatzten Start im vierten Rennen an. Die falsche Info über die Lage der Startlinie auf der Elektronik und der Kampf um die Startposition mit den Gegnern ließ die „Akka“ zu früh die Startlinie überqueren. Es war zwar knapp, aber ein Zurückholen unvermeidlich. „Das war ein gutes Training. So eine Situation muss man auch mal gemacht haben.“ Dazugelernt hat die Crew auch in Sachen Vertrauen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – nach diesem Motto stoppen sie nun ihre Zeiten mit. Ein Tipp von der Tutima-Crew. Die in der Gruppe A der größeren Schiffe fest in der Regatta-Szene etablierte Mädels-Crew gibt - wie eine große Schwester - gerne der kleineren „Akka“-Crew (Gruppe B) den ein oder anderen Tipp mit auf die Wettfahrt.

Wir haben ein hammermäßiges Hobby.

An die Maximalgrenze gestoßen

„Es waren super Bedingungen. Für unsere Lieblingswinde sind wir an unsere Maximalgrenze gestoßen“, resümiert Inga Runge. „Nicht umsonst wird der Stollergrund auch Stolpergrund genannt“, spricht Stine Paeper die harte und kurze Welle an. Der Start in der zweiten Gruppe sei günstig gewesen, um die erste zu beobachten. Wo hat wer mehr Wind und wo sind die Dreher.

„Wir haben ein hammermäßiges Hobby“, freut sich die Mädels-Crew über die vergangenen Tage. Die Stimmung an Bord stimmt. „Es ist ein bisschen so, als wenn man ganz viele Schwestern hat.“

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Gravatar von Hans Schreyer

Hans Schreyer

wenn ich die nackten Füße sehe, frage ich mich wieder einmal: muss erst Blut fließen?

Wir verwenden eigene Cookies und Cookies von Drittanbietern aufgrund unseres berechtigten Interesses an zielgerichteter Werbung (Art. 6 Abs. 1 lit f DSGVO). Näheres in unserer Datenschutzerklärung.
Mehr erfahren