Von Schutzgebieten zu Protest-Picknicks

von Friederike Hiller

Meeresschutz ist auch Klimaschutz: Doch die Meere stehen vor vielfältigen Problemen. Überfischung, Versauerung, Mikroplastik, Geisternetze und Müllstrudel bedrohen das Ökosystem, das dazu beiträgt, unser Überleben zu sichern. Wohingegen bisher wenig getan wurde, das Leben dieses Ökosystems zu sicher. Das soll sich ändern. Beispielsweise sollen laut Greenpeace bis 2030 ein Drittel der Weltmeere unter Schutz stehen. Und jeder kann seinen Beitrag leisten.

„Meeresschutzgebiete sind ein wichtiges Instrument“

„Die Meereslebewesen der Hohen See treiben die biologische Pumpe der Ozeane an: Sie nehmen Kohlenstoff an der Wasseroberfläche auf und transportieren und speichern ihn in der Tiefe. Ohne diese wichtige Leistung würde unsere Atmosphäre 50 Prozent mehr Kohlendioxid enthalten. Die Erde wäre überhitzt und unbewohnbar“, schreibt Greenpeace in einer Zusammenfassung des Reports über Meeresschutzgebiete. Doch industrielle Fischerei und Tiefseebergbau gefährden diesen Lebensraum. „Meeresschutzgebiete sind ein wichtiges Instrument, um Lebensräume und Arten zu schützen“, so Greenpeace und fordert ein international rechtsverbindliches Steuerungsinstrument einzuführen, das den Vereinten Nationen ermöglicht, Meeresschutzgebiete auf der Hohen See einzurichten.

Foto: Magnus Lundgren/WWF

Zerstörung bis in tiefe Tiefen

Selbst in den stock-finsteren Wasserschichten, die bis zum Meeresboden in 4.000 bis 6.000 Metern Tiefe reichen, werden ganze Lebensräume durch die Fischerei mit Grundschleppnetzen ausradiert und durch Tiefseebergbau bedroht. „Regierungen müssen weltweit gemeinsam für die Benennung der Meeresschutzgebiete und für die Einführung konkreter Maßnahmen verantwortlich gemacht werden“, erklärt die Umweltschutzorganisation. Die Tiefsee und ihre Bewohner könnten uns auch in weiteren Fällen das Leben retten. So berichtet Parley for the Oceans über Mat Upton, Mikrobiologe an der Universität von Plymouth, dass eine Mikrobe eines Tiefsee-Schwamms entdeckt wurde, die helfen könnte, gegen Antibiotika resistente Keime zu behandeln.

Foto: Greenpeace

Lautlose Killer der Ostsee

Den Kampf gegen die lautlosen Killer der Ostsee führt das Marelitt Baltic Sea Project. Die internationale Zusammenarbeit erarbeitet Wege, um nachhaltig das Problem Geisternetze in den Griff zu bekommen. Geisternetze bergen und recyceln ist nur ein Teil der Arbeit, zudem geht es um präventive Maßnahmen, um eine weitere Verschmutzung der Ostsee durch Geisternetze zu verhindern. Es ist eine Initiative von Organisationen aus Schweden, Estland, Polen und Deutschland, die von der EU finanziert wird. Für Deutschland beteiligt sich der WWF.

Protest-Picknick

Aber nicht nur Umweltschutzorganisationen, die Vereinten Nationen und Regierungen sind gefragt – jeder kann etwas verändern. Daher ruft der WWF zum plastikfreien Picknick am 16. Juni auf. „Es wird immer noch viel zu viel Plastikmüll produziert und viel zu wenig recycelt – auch in Deutschland. Höchste Zeit, zu handeln“, so der WWF. Unter dem Motto „Plastikmüll einen Korb geben“ sollen überall in Deutschland am 16. Juni Protest-Picknicks privat oder in großem Kreis organisiert werden: ohne Einwegverpackungen, ohne Plastikmüll.

Bildnachweis Titelfoto: Erwan Hesry / Unsplash

Foto: Peter Freitag/pixelio.de

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