Bist du soweit? Regattabereit?

von Friederike Hiller

Helga ist seit einigen Monaten in der Segelszene im Gespräch. Helga ist sportlich, Helga liebt das Wasser und Helga ist neu im Regattakalender. Vielleicht gibt es eine Seglerin, die Helga heißt, ganz bestimmt sogar, aber vor allem ist das auch der Name eines Bootes und einer Kielboot-Regatta nur für Frauen auf der Alster in Hamburg.

Noch mal Segeln vorm Winterlager

Und die Mädel-Crews trainieren fleißig. Es wird kühl – egal. Die Saison wird noch mal ausgereizt bevor es in den Kraftraum zum Wintertraining geht. Die letzten Novembertage nutzte nicht nur das Oceans Eleven Team, um noch ein paar Wasserstunden zu sammeln. Auch das HSC Women’s Team war noch mal auf der Alster unterwegs und berichtet bei Facebook: „Letztes Wassertraining auf der Alster für uns dieses Jahr. Bei bestem Wind konnten wir diverse Runden drehen und ein wenig mit Team Horst matchen. Unsere Jubilee ist nun auf dem wohlverdienten Weg ins Winterlager.“

Foto: Sven Jürgensen

Helgas Geburt

Ein Rückblick: Das Training ist beendet, sie sind als feste Crew zusammengewachsen und die „Kielbomben“, wie sich Annette Bruhns, Birte Lindlahr, Christine Bauer und Lina Nagel für den Segel Media Cup genannt hatten und unter dem Namen sie auch weiterhin zusammen segeln, sitzen entspannt und gutgelaunt beim wohlverdienten Bier. Mit von der Partie: Segel-Media-Cup-Organisator Sven Jürgensen. „Mach doch mal was für Mädels.“ Plötzlich hängt eine Idee in der Luft, die alle Aufmerksamkeit auf sich und ein kreatives Ausmalen nach sich zieht. Wie wäre es denn, wenn man Mädels aus allen Klassen, ob Dickschiff oder Jolle, zusammen in ein Boot bekommt, also zu einem Event zusammenbekommt? Und wenn es so etwas geben sollte, wie müsste dann diese Regatta heißen. Für die „Kielbomben“ stand sofort fest: „Helga“. Immerhin hatte ihr Boot „Helga“ dafür gesorgt, dass sie nun alle zusammen sitzen, sich als Team fühlen und vom Segelvirus infiziert wurden. „Die hatten richtig Bock“, zieht Jürgensen seinen Hut vor der Leistung und Einsatzbereitschaft der Mädels zum Segel Media Cup. Und er weiß, dass diese Begeisterung anstecken und so auch mehr Aufmerksamkeit auf den Segelsport ziehen kann. Ihm liegt es am Herzen, den Segelsport auch außerhalb der Szene attraktiv zu präsentieren und so auch mehr Sponsoren zu finden. Übers Frauensegeln mehr Aufmerksamkeit zu schaffen, bot sich an. Eine reine Frauenregatta in diesem Format gab es noch nicht. Und Jürgensen hatte sich von den Segel-Mädels beim Segel Media Cup mitreißen lassen. „Mich hat Frauensegeln einfach begeistert. So intensiv und viel wie sie trainiert haben. Und der Einsatz und die Leidenschaft, die sie gezeigt haben, ist einfach unglaublich wertvoll.“

Foto: Sven Jürgensen

Viele gute Seglerinnen

Innerhalb von zwei Wochen entwickelte sich dann eine ganz eigene Dynamik, ein Beirat wurde gegründet und mittlerweile geben Initiator Sven Jürgensen sowie die Veranstalter vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) und dem Deutschen Segler-Verband (DSV) bekannt, dass bereits 64 nationale und internationale Teams gemeldet haben. 52 werden sicher vom 1. bis 3. Juni 2018 in zwei Flotten beim Helga-Cup auf der Alster starten können. Zwölf sind noch auf der Warteliste. „Am 30. November entscheiden wir in Abstimmung mit unseren Wettfahrtleitungs-Experten und dem Beirat, ob wir mehr als die 52 Teams auf die Alster bekommen“, so Jürgensen. Auf das Alter oder die Segelerfahrung kommt es dabei nicht an. So sind sowohl Anfänger als auch Fahrten- und Profiseglerinnen zwischen 16 und 68 Jahren mit dabei. „Der Helga Cup ist eine Segelveranstaltung für ,jederfrau’. Es geht nicht nur um das reine Regattasegeln. Die Veranstaltung wird zu einer festen Institution in der Frauensegelszene, bei der Sport, Netzwerken und die Freude am Segeln im Vordergrund stehen.“ Auch Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands, ist begeistert: „Mit dem Helga Cup werden die vielen guten Seglerinnen, die wir in Deutschland haben, endlich sichtbar.“

Foto: Sven Jürgensen

Anreise mit Tasche, nicht mit Boot

Bei der ersten deutschen Frauenregatta wird auf Seascape 24 und J/70 gesegelt. Den Organisatoren ist es wichtig, eine Bootsklasse zu nehmen, auf die die Seglerinnen schnell drauf zugreifen können und somit an unterschiedlichen Orten Trainingsmöglichkeiten haben. „Sie reisen mit einer Tasche an, nicht mit einem Boot.“

Titelfoto: Sven Jürgensen

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