Doppelt gut eingespielt

von Friederike Hiller

Die Stimmung ist trotz Schlafdefizits gut. „Um unseren Titel zu verteidigen, müssen wir uns noch arg ins Zeug legen“, berichten Jonas Hallberg und Till Barth, die mit der „Hinden“ bei der Baltic 500 nach der Umrundung von Læsø wieder auf dem Kurs nach Kiel sind. Nach 2 Tagen, 23 Stunden, 17 Minuten und 26 Sekunden gesegelter Zeit haben sie es geschafft - die Titelverteidigung ist geglückt. 

Volle 500 Seemeilen liegen nun beinahe hinter ihnen. Nachdem die Dänen doch noch freie Fahrt gegeben hatten, konnte die Zweihand-Regatta über ihre gesamte Distanz gestartet werden. Donnerstag um 10 Uhr ging es los – Kurs nördlich an Fehmarn vorbei, Gedser, Møns Klint, Øresund, Kopenhagen, Helsingør, ins Kattegat und nun gerade Læsø umrundet und durch den großen Belt zurück an Langeland vorbei bis zum Ziel vor Strande.

Und dann ist es geschafft: Am Sonntag Mittag passieren sie die Ziellinie und die Stimmung ist gut. „Wir konnten uns sogar nach unserer Sturmnacht vor Læsø auf der Zielgeraden ausschlafen, also halbwegs“, erklären Jonas und Till. Und das Fazit des gesamten Rennens fällt positiv aus: „Ein sehr anspruchsvolles Rennen. Es gab viel Bruch auf anderen Schiffen und auch viele Abbrüche vor und während der Sturmnacht. Aber es war eine hervorragende Organisation und Wettfahrtleitung. Insbesondere von Cord Hall.“

Am Montagmorgen ist es dann offiziell: Nach 2 Tagen, 23 Stunden, 17 Minuten und 26 Sekunden gesegelter Zeit haben sie es geschafft - die Titelverteidigung ist geglückt. 

Gleitfahrt mit Sturmfock

Foto: Till Barth

Glücklich zurück im Ziel - lohnt ein Blick zurück auf die vergangenen 500 Seemeilen. „Es läuft ganz ok. Schwierige Bedingungen“, so verlief der Freitag. Eine lange Kreuz nach Gedser bei leichtem Ostwind gegen starken Strom, musste zunächst gemeistert werden. Dann wurde es leichter. Ab Gedser konnten sie mit Gennaker segeln – „zu unserem Vorteil“. Dann nahm der Wind auf 35 Knoten zu. „Heute Nacht sind Böen bis 50 Knoten in einer Kaltfront angesagt. Die werden wir mitten auf dem Kattegat bekommen. Danach ist Flaute angesagt.“

„Es gibt auch gleich Curry“, schreibt Till Barth am Sonnabend und die Stimmung sei dementsprechend gut. Der Wind sei in der Nacht unter 40 Knoten geblieben, dafür habe es aber eine dicke Dünungswelle gegeben. „Wir sind mit Sturmfock und gerefftem Großsegel in voller Gleitfahrt dicke Wellen gesurft oder wurden gesurft“, berichtet er. Zum Lotteriespiel wurde das Queren eines stark befahrenen Fahrwassers bei diesen Bedingungen.

 

„Wichtiges Zeichen für die ganze Segelgemeinschaft“

„Wir sind heiß“, hatten sie bereits vor dem Start erklärt. Endlich konnte es losgehen und die Freude war groß. „Die Baltic 500 als erste Regatta in Deutschland mit vollem Kurs zu segeln ist ein wichtiges Zeichen für die ganze Segelgemeinschaft. Obwohl die dänischen Häfen für deutsche Segler gesperrt bleiben, ist der Transitverkehr durch dänische Gewässer freigegeben. Leider konnte sich die Leitung der Skagen Rund Regatta nach informativem Hin und Her nicht dafür entscheiden, die Regatta zu starten. Sie findet nur als virtuelles Rennen online statt.“

 

Den Konkurrenten haben sie im Blick. Foto: Till Barth

Das Double Hand Duo

Aufgrund der Beschränkungen, die auch in den deutschen Häfen zu einem verspäteten Saisonstart führten, fiel die Vorbereitung der beiden Segler entsprechend kurz aus. „Bisher haben wir einen nächtlichen Testschlag nach Langeland gemacht, der sich befreiend angefühlt hat. Qualität statt Quantität. Wir sind durch die letzten Jahre des gemeinsamen Segelns gut eingespielt als Double Hand Duo.“

 Foto: Till Barth

Kein leichtes Unterfangen

„Unser Ziel ist ganz klar die Titelverteidigung, aber der Spaß und das freundschaftliche Miteinander stehen dabei im Vordergrund.“ Der Blick auf die Konkurrenz zeigte, dass das nicht einfach werden würde. „Im Feld befindet sich ein Teil der besten deutschen Langstreckensegler. Wir haben großen Respekt vor der Konkurrenz und es wird sicherlich kein Leichtes sein, den Titel zu verteidigen.“

Endlich konnte es auf den Kurs gehen: Die Regattaleitung im Blick. Foto: Till Barth

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