Surfen um Qualifikation und Träume

von Friederike Hiller

Vom spanischen Galizien nach Japan. Von der Qualifikationsserie der World Surf League zu den World Surfing Games der International Surfing Association. Eben war Rachel Presti noch in europäischen Atlantikwellen, bevor es wieder in den Flieger ging.

Auf dem Sprung

Playa de Pantin in Spanien, zwei bis drei Fuß hohe Wellen, halb auflandiger Wind, der die Wellen zeichnete. Beim neunten Tourstopp der European Qualifying Series (QS) startete Rachel Prest gleich im ersten Heat und musste sich geschlagen geben. Als Dritte in ihrem Vorlauf schied sie aus. „Die Wellen waren ziemlich klein und weich. Und es war windig“, beschreibt Rachel Presti die Bedingungen. „Ich hatte einen ziemlich schlechten Heat. Aus irgendeinem Grund war ich zittrig und abwesend. Ich habe ein paar Fehler gemacht, aber das passiert.“
Es war das vorletzte große Damen-Event der Saison und hat große Auswirkungen für die Qualifikation zur Championship Tour 2020. „Ich hatte einen langsamen Start und bekam für etwa zehn Minuten keine Welle, aber dann hatte ich endlich eine feste Welle mit ein paar Kurven“, erklärte Bronte Macaulay aus Australien, die sich qualifizierte. „Ich habe eine acht und es ist schön, eine große Punktzahl zu haben, denn man kann dann geduldiger und selektiver sein.“ Eine hohe Punktzahl konnte  auch  Isabella Nichols (AUS) ersurfen und sich so für die Tour qualifizieren. „Das Qualifizieren ist mein Traum, solange ich mich erinnern kann. Es war eine lange Reise in den letzten fünf Jahren, um dorthin zu gelangen, aber all die Stunden und der ganze Schweiß haben sich gelohnt und ich bin überglücklich! Ich bin super aufgeregt auf das nächste Jahr und ich bin bereit, eine neue Reise zu beginnen.“ Während die Surferinnen das Finale surften und sich zwischenzeitlich in kniffligen Drei- bis Vier-Fuß-Wellen, die von den starken nordöstlichen Winden gepeitscht werden, kämpften, ging es für Rachel Presti bereits weiter nach Japan.

Foto: World Surf League

Surfen der Weltklasse

Denn das Surf Team Germany ist bereits auf dem Weg nach Miyazaki in Japan. Dort haben die Surfer die erste Chacne, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. Nach einem gemeinsamen Trainingslager startet die Weltmeisterschaft am 7. September. Da sich alle Surfer qualifizieren müssen, werden viele Weltklasse-Surfer erwartet. Sowohl bei den Damen als auch den Herren werden jeweils 20 Startplätze vergeben, maximal zwei pro Nation. Zudem geht es um den Startplatz für den besten Kontinent.

Foto: World Surf League

Großartiger Teamgeist

„Das Surf Team Germany fliegt mit dem Erfolg der EM Team-Bronzemedaille im Rücken nach Japan und schickt erneut ein starkes Team ins Rennen“, erklärte der Deutsche Wellenreitverband. Mit dabei sind neben der 17-jährigen Rachel Presti auch Frankie Harrer (21) und die 15-jährige Noah Klapp. „Meine persönlichen Ziele für Japan sind es, unter die Top 25 zu kommen und das Teamziel ist Top 10“, erklärte Rachel Presti, nachdem sie in Japan gelandet war. Einen Top Ten Platz hat Coach Llewellyn Whittaker als Ziel ausgegeben. „Es wird in diesem Jahr sehr schwierig werden, bei dem höchsten Surf-Level, das die ISA Games je gesehen haben. Aber wir haben bewiesen, dass großartiger Teamgeist es möglich macht.“

Bildnachweis Titelfoto: WSL

Foto: World Surf League

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